John Brown wurde im Jahre 1800 in Torrington (Conneticut) geboren. John Brown hat im Laufe seines Lebens mit diversesten geschäftlichen Unternehmungen (Landspekulant, Farmer) wenig Erfolg gehabt, dafür war er aber Vater von 20 Kindern.
Gut fünfzig Jahre führte er ein unauffälliges Leben. 1855 ging er mit sechs Söhnen und einem Schwiegersohn nach Kansas, wo er Staatsland gepachtet hatte. Er war ein Fanatiker in der Sache der Sklaverei und hatte großen Einfluß auf die Haltung der Siedler.
Er lebte das alttestamentarische Dogma von "Auge um Auge". Als Im Frühling 1856 der Konflikt in Form eines Guerillakrieges ausbrach, trat er mit seinen Söhnen einer freistaatlichen Kompanie bei.
Die Kompanie zog los um die Stadt Lawrence gegen die Missourier zu verteidigen. Auf dem Marsch erhielten sie die Nachricht von der kampflosen Übergabe der Stadt und der anschließenden Plünderung.
Brown war aufgebracht über den Erfolg der Sklavereibefürworter und über die Feigheit der Bürger von Lawrence. Als er dann noch von einem Anschlag von Sklavenhaltern in Washington hörte wurde rasend vor Zorn. Er schätzte die Zahl der seit Beginn der Unruhen umgekommenen Sklavereigegner auf ungefähr fünf, und verfiel auf eine "radikale Vergeltungsmaßnahme".
In der Nacht vom 24. Auf den 25. Mai zog er zwei seiner Söhne und drei weiteren Männern los. In der unmittelbaren Nachbarschaft, am Pottawatomie Creek, holten sie fünf sklavereifreundliche Farmer aus ihren Behausungen. Diese hatten zwar mit der Tötung der Sklavengegner nichts zu tun, aber Brown ging es um das Prinzip "Auge um Auge".
Er spaltete den Farmern mit einem Pallasch (schwere Hiebwaffe der Reiterei) den Schädel. Dieses Massaker blieb von den Behörden ungeahndet. Die Plünderung von Lawrence und das Verbrechen von Pottawatomie Creek ließ den Konflikt in Kansas eskalieren.
An die 200 Mann kamen in den folgenden Kämpfen zu Tode, darunter auch einer von Browns Söhnen. Das von Brown verübte Massaker verwandelte sich an der Ostküste in der Presse der Sklavereigegner zu einem Akt der Notwehr.
Im Mai 1858, fast genau zwei Jahre nach dem Massaker "revanchierte" sich eine Bande von Anhängern der Sklaverei, indem sie neun freistaatliche Siedler aus ihren Häusern entführten und exekutierten. Und wieder erschien John Brown mit seien Mannen im Territorium.
Sie drangen nach Missouri vor, töteten einen Sklavenhalter und brachten 11 Sklaven nach Kansas in die Freiheit(nebst zahlreichen Pferden). Abgesehen von diesem kurzen Gastspiel blieben Browns Umtriebe nach 1856 jedoch drei Jahre lang im dunkeln.
Er fuhr mehrmals in den Osten um Geld für den Kampf in Kansas zu beschaffen. Dabei entwickelte sich bei ihm die Idee den Krieg in das Herzland der Sklaverei zu tragen.
Er studierte Bücher und Berichte über Sklavenaufstände, Befreiungskriege und Guerillakriegsführung. Ihn faszinierte die Möglichkeit, auch mit einer kleinen Truppe unter gewissen Umständen, gegen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner sich behaupten zu können.
So entwickelte er den Plan , einen Sturmangriff in den Ausläufern der Appalachen in Virginia zu wagen. Von dort wollte er durch das Gebirge weiter nach Süden vorrücken und unterwegs seine Truppe mit befreiten Sklaven verstärken.
Im Mai 1858 fuhr Brown mit einigen Anhängern nach Kanada, nach Chatham. Dort hatte sich eine Gemeinschaft ehemaliger Sklaven niedergelassen, und dort wurde eine "Provisorische Verfassung" für die geplante Republik der befreiten Sklaven ausgearbeitet.
Brown wurde zum "Oberbefehlshaber" der Armee dieser neuen Nation gewählt. Mit dem Bekenntnis der meisten Abolitionisten zur Gewaltfreiheit konnte John Brown nichts anfangen.
"Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung". Das war sein Lieblingsvers aus dem Neuen Testament (Hebräer 9, 22). Und er hatte viele Gesinnungsgenossen gewonnen, hatte doch die Entwicklung in den 50er Jahren gezeigt wie Gewalt zum Erfolg führt (Mexikofeldzug).
John Brown gelang es einen Bund von wohlhabenden und einflußreichen Männern zu bilden welche seinen geplanten Überfall im Süden unterstützten. In der Folge pachtete Brown unter falschem Namen eine Farm in Maryland am Potomac, gegenüber von Harper`s Ferry(Virginia).
Er wollte das dortige US-Zeughaus überfallen und mit den Waffen eine Sklavenarmee ausrüsten. Das Unterfangen für dieses Unternehmen Freiwillige zu werben, stellte sich jedoch als schwierig heraus. Am Ende bestand Browns Truppe für dieses Unternehmen nur aus fünf Schwarzen und 17 Weißen.
Brown ließ drei Mann zurück zur Bewachung des Stützpunktes und drang mit den verblieben 18 Mann am 16. Oktober in Harper`s Ferry ein. Das Unternehmen gelang im Handstreich, da das ganze Arsenal nur von einem einzigen Posten bewacht wurde.
Nach dem Handstreich entsandte Brown eine Patrouille, welche den Sklaven den Sieg vermelden und Geiseln nehmen sollte. Danach wartete er auf das Kommen der Schwarzen welche mit den Waffen ausgerüstet werden sollte.
Aber die einzigen Schwarzen die kamen war eine Handvoll Männer welche die Patrouille mitbrachte. Am Vormittag des 17. Oktober griffen die Bewohner von Harper`s Ferry Browns Männer an, währen die Miliz von Virginia und Maryland auf die Stadt vorrückte.
Im Laufe des Nachmittags wurden bei den Kämpfen drei Bürger der Stadt und acht von Browns Männern getötet, darunter zwei seiner Söhne. Sieben seiner Männer waren geflohen.
Brown zog sich mit seinen Mitstreitern und den Gefangenen in das befestigte Feuerwehrhaus zurück. Währen der Nacht traf eine Kompanie der US-Marineinfanterie unter dem Kommando von Colonel Robert E. Lee und Lieutenant E. B. Stuart ein.
Nachdem die Miliz auf die "Ehre" das Feuerwehrhaus zu stürmen verzichtet hatte, schickte Lee die Marineinfanterie zum Angriff vor. Dieser wurde nur mit Sturmbock und Bajonett geführt, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden.
Die Kompanie verlor beim Angriff einen Mann, tötete zwei und nahm den Rest gefangen. Nach 36 Stunden war der skurrile Kampf John Browns zur Befreiung der Sklaven vorbei.
Der Staat Virginia erhob Anklage gegen John Brown wegen Hochverrats, Mord und Anstiftung zum Aufruhr. Im Prozeß wurde er zum Tod durch den Strang verurteilt und am 02. 12. 1859 in Charles Town (Westvirginia) gehenkt.
Für den Norden wurde John Brown zum Märtyrer und Freiheitskämpfer hochgejubelt. "John Brown`s Body" wurde zum beliebtesten Marschlied der Unionssoldaten im Bürgerkrieg und ist bis heute in den Liederbüchern zu finden - nur die Vorgeschichte steht dort nie dabei.
© by Heinz 'Colonel' Cekada 2003
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