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John Brown Gordon

Nicht weniger als neun mal wurde John B. Gordon, General der 6th Alabama Infantry, verwundet.

Allein bei der Verteidigung der Sunken Road am 17. September 1862 bei Sharpsburg trafen ihn fünf Kugeln. Die letzte durchschlug seine linke Wange und zerschmetterte seinen Kiefer. Gordon stürzte vornüber und lag mit dem Gesicht in seinem Hut. Hätte diesen nicht zuvor eine Kugel durchlöchert, wäre der General wahrscheinlich in seinem eigenen Blut ertrunken. Im März 1863 meldete er sich wieder zum Dienst...

Bei Appomattox Courthouse hatte John B. Gordon die traurige Ehre die konföderierten Truppen bei der Kapitulationszeremonie zu kommandieren. Als General Joshua Chamberlain die Unionstruppen aus Respekt vor dem geschlagenen Gegner zum Gruß kommandierte, ließ Gordon sein Pferd vor Chamberlain den Kopf senken, grüßte mit dem Säbel und befahl seinen Soldaten die Geste Chamberlains erwidern.

Fanny Gordon

Fanny Gordon, Gen. John B. Gordon´s Frau folgte ihrem Gatten im Krieg überall hin. Dies führte zu folgender Episode:

Lt. Gen. Jubal Early war wenig angetan von Offiziersgattinnen, die ihrem Manne überall hin folgen wollten. So meinte er eines Tages, es wäre gut wenn die Yankees Mrs. Gordon gefangen nähmen, denn es schien als wäre sie überall.

Von der Betroffenen darauf angesprochen sagte er: "Mrs. Gordon, General Gordon ist ein besserer Soldat, wenn Sie nahe bei ihm sind. Wenn ich also Order erteile, die Frauen der Offiziere müssen nach hinten, so sollen Sie wissen, Sie sind ausgenommen."

Meinungsfreiheit

Als man in der Union 1863 feststellen musste, dass der Krieg noch länger dauern würde, rief man die Bürger auf, sich freiwillig für den Dienst in der Armee zu melden. Dies mit dem Hinweis, dass man jetzt noch in den Genuss der "Bounty" käme, später würde man ohnehin zum Kriegsdienst gelost.

Fatalerweise meldeten sich nicht immer genug Männer, obwohl die Gemeinden die Belohnung oft von 125 $ auf 500 $ erhöhten.

Diese Kampagne hatte eine üble Nebenerscheinung:

Männer, die sich gegen den Krieg äußerten oder gar anderen von einer freiwilligen Verpflichtung zur Armee abrieten, wurden eingesperrt...

Kaum zu glauben, dass im "Land der Freiheit" so etwas möglich war.

Staatenlos

Jefferson Davis starb 1889 als Staatenloser, da er sich stets geweigert hatte, um eine Begnadigung durch den Präsidenten anzusuchen und so wieder amerkanischer Bürger zu werden.

1978 jedoch unterzeichnete Jimmy Carter ein Kongresspapier in dem Davis die amerikanische Staatsangehörigkeit wieder verliehen wurde.

Andere Meinung oder Insubordination ?

In der Konföderierten Armee war man in den oberen Etagen nicht immer einer Meinung.

So teilte z.B. Gen. Joseph E. Johnston nicht die Ansicht seines Präsidenten Jefferson Davis über die strategische Bedeutung des Mississippi.

Major General William W. Loring wiederum ignorierte die Order von Lt. Gen. John C. Pemberton seine linke Flanke bei Champion Hill nahe Vicksburg zu verstärken sondern zog sich nach Norden zurück. Loring hatte zuvor auch schon Lee und Stonewall Jackson in Virginia ähnliche Sorgen bereitet.

Ob von einem Sergeant oder gar Private Ähnliches geduldet worden wäre? 

Tödliche Verspätung

Nachdem Stonewall Jackson mit Robert E. Lee am 1. Mai 1863 spät abends die Pläne für den nächsten Tag abgesprochen hatte, legte er sich hin, ohne seine Generäle anzuweisen, dass um 4 Uhr früh die Marschbereitschaft hergestellt sein müsse. So begann das 28 000 Mann-Flankenmanöver von Chancellorsville erst um 7 Uhr, eine Stunde und 45 Minuten nach Sonnenaufgang. Was letztlich dazu führte, dass Jackson bei einem Erkundungsritt in der Dämmerung von eigenen Soldaten angeschossen wurde.

Der Rest ist bekannt.

Ja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre.

Der Mantel

Als sich General Pope auf dem Marsch nach Richmond befand, wurde sein Lager eines Nachts bei strömendem Regen von J.E.B. Stuart angegriffen. Völlig überrascht flohen die Yankees und mit ihnen natürlich auch Pope.

In seinem Zelt fanden die Konföderierten nebst hochinteressanten Papieren auch den Mantel des Generals.

Dieser wurde in Richmond vor dem Capitol ausgestellt mit einem Schild:

"General Pope wollte nach Richmond kommen. Sein Mantel ist schon hier. Der General ist aber noch nicht eingetroffen."

Das ist Konsequenz

General Braxton Bragg war in der gesamten Armee der Konföderierten für seine Streitsucht bekannt. Den Vogel dürfte aber schon vor dem Bürgerkrieg abgeschossen haben:

In seiner Einheit war er Quartermaster und Stellvertreter des Kommandanten. Als dieser einmal abwesend war, reichte Bragg einen Antrag für einige Versorgungsgüter ein, den er in seiner Eigenschaft als Quartermaster an den Kommandanten, der er zu diesem Zeitpunkt ja selbst war, weiter leitete. Der Kommandant, Braxton Bragg, aber lehnte seinen eigenen Antrag ab...

Dazu der Kommentar eines Vorgesetzten:

"Da Bragg schon mit allen gestritten hat, streitet er jetzt mit sich selber."

Krieg unter Brüdern

Der Amerikanische Bürgerkrieg wurde und wird auch noch oft "Geteilte Nation" oder "Krieg unter Brüdern" genannt. Gab es doch viele Familien in denen Brüder auf verschiedenen Seiten ins Feld zogen.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Familie Crittenden aus Kentucky. Während Vater John nach der Wahl Lincolns im Senat noch einen Kompromissvorschlag zur Vermeidung eines Krieges vorlegte, damit aber scheiterte, zogen seine Söhne, beide Offiziere, in den Krieg.

George, der ältere, schloss sich als Brigadier General den Konföderierten an. Thomas bekleidete den gleichen Rang in der Armee der Union. Beide stiegen rasch zum Major General auf. Bei Shiloh wären sie fast aufeinander getroffen. Doch George, der das Reservecorps befehligte, wurde wenige Tage vor der Schlacht wegen Trunkenheit seines Kommandos enthoben.

Nach dem Krieg söhnten sich die Brüder wieder aus.

Weniger günstig verlief die Angelegenheit zwischen den Brüdern Percival und Thomas Drayton aus South Carolina.

Am 7. November 1861 befehligte Percival die USS Pocahontas bei einem Angriff auf Fort Walker in South Carolina, wo Thomas das Kommando hatte. Um nicht in den Verdacht zu geraten, den Bruder zu schonen, kreuzte die Pocahontas dichter am Fort als jedes andere Schiff der US Navy.

Diese beiden Brüder sprachen auch nach dem Krieg nie wieder ein Wort miteinander.

Unsichtbare Feinde

Das Wissen um Mikroben und Bakterien war im 19. Jahrhundert kaum vorhanden. Die hygienischen Verhältnisse waren schlecht. Es ist also kein Wunder, dass gewisse Krankheiten sich nahezu ungehindert unter den Soldaten ausbreiten konnten.

So wurden in der Armee der Föderation zwischen 1861 und 1866 ca. 1,7 Millionen Fälle von Ruhr gemeldet, die nahezu

45 000 Tote forderten.

Schier unglaublich

Gleich mehrere Schutzengel dürfte der General der Konföderierten Kavallerie, Nathan Bedford Forrest, um sich gehabt haben: Im Laufe des Bürgerkrieges wurden nicht weniger als 29 Pferde unter ihm weggeschossen. Davon eines durch eine Kanonenkugel. Bei Fort Pillow, Tennessee, im Frühjahr 1864 waren es zwei innerhalb kurzer Zeit. Nach der fünftägigen Schlacht um Fort Donelson, Tenn., hatte sein Mantel 15 Kugellöcher!

Bereits 1852 hatte er die Explosion des Dampfschiffes "Farmer" überlebt, bei der 60 Menschen starben.

Weniger Glück hatte sein Urenkel, Brig. Gen. Nathan Bedford Forrest III. Er wurde mit seinem Flugzeug 1943 vor der Küste Deutschlands abgeschossen und kam dabei zu Tode.

Übrigens: Winston Groom hat die Titelfigur seines Romanes Forrest Gump nach dem General benannt.

 

Santa Claus

Die Titelseite des "Harper`s Weekly" vom 3. Jänner 1863 zeigt die Zeichnung "Santa Claus In Camp" des in Deutschland geborenen Cartoonisten Thomas Nast. Nichts Besonderes, nur dass dort erstmals Santa so gezeigt wird, wie wir ihn heute kennen. Bis dahin zeigten ihn zwar alle Abbildungen mit Bart, doch waren sie sehr unterschiedlich. Nur niemals war er bis dahin dick und rund.

Nichts für zarte Gemüter

Offizielle Berichte sprechen von mehr als 30 000 Amputationen, die während des Bürgerkrieges auf Seiten der Nordstaaten durchgeführt wurden. Die Aufzeichnungen der Konföderation sind teilweise unvollständig, aber einige Experten meinen, es können auf beiden Seiten insgesamt bis zu 70 000 gewesen sein. Im 1. Weltkrieg waren es bei den Amerikanern 4 000 und im 2. Weltkrieg 16 000. 

Der Erste, der dieses Schicksal erlitt, war der konföderierte Soldat J.E. Hanger. Er war am 3. Juni 1861 bei Philippi (heute West Virginia) von einer Kanonenkugel am Bein getroffen worden. Die Amputation führte ein Unions-Arzt durch.

Nach dem Krieg beschäftigte sich Hanger mit der Herstellung von Prothesen. Seine Firma wurde führend in der ganzen Welt und existiert heute noch als Teil der "Hanger Orthopedic Group, Inc." und ist weltweit der größte Hersteller von Prothesen.

Retourkutsche

Als am 19. September 1863 am Chickamauga frische Unionstruppen unter Maj. Gen. Philip Sheridan die ermüdete "Lightning Brigade" Col. Wilders unterstützen sollten, versuchten einige von Sheridans Offizieren mit den Rufen "Macht Platz für Sheridan!" ihre Leute nach vorne zu lotsen. Der Angriff wurde in wenigen Minuten zurückgeschlagen und die Entsatztruppen wandten sich zur Flucht. Nun waren es Wilders Männer, die riefen: "Macht Platz für Sheridan!".

Mein altes Schlachtross

So pflegte General in Chief Robert E. Lee Lt. Gen. James Longstreet zu nennen. In der Wilderness wurde Longstreet am 6. Mai 1864 von "friendly fire", also von den eigenen Leuten, angeschossen und schwer verwundet. Davon sollte er sich sein Leben lang nicht mehr gänzlich erholen.

Ein Jahr davor, am 2. Mai 1863, war nicht ganz 5 Meilen von diesem Ort entfernt, bei Chancelorsville, Lt. Gen. "Stonewall" Jackson ebenso von den eigenen Leuten getroffen worden. Er allerdings überlebte dies nicht.

Longstreet graduierte 1842 in Westpoint, sein bester Freund war in der Klasse 1843: Ulysses S. Grant. Diesem stellte er eines Tages seine Cousine, Julia Dent, vor. Bei der Hochzeit der beiden 1848 fungierte Longstreet als "best man at wedding". Das ist der "Beistand". Er ist Trauzeuge und steht dem Bräutigam den ganzen tag zur Seite.

Ab 1861 war das aber vergessen...

Verschiedene Gesichtspunkte

Am 22. September 1862 erließ Präsident Abraham Lincoln die Emancipation Proclamation, die allen Sklaven des Südens die Freiheit schenkte, nicht aber denen des Nordens.

Tags darauf trafen einander die Gouverneure der meisten Staaten des Nordens in Altoona, PA, im Logan House (einem Luxushotel mit 106 Zimmern mit Gaslicht und fließendem Warmwasser), um über die Unterstützung des Präsidenten zu diskutieren. Lincolns Politik war wegen der mangelnden Kriegserfolge ins Trudeln geraten. In der 12 1/2 Stunden dauernden Sitzung erhitzten sich die Gemüter vor allem an der Person Gen. McClellan`s. Einige werteten Antietam als großen Erfolg, andere als eine peinliche Niederlage mehr...

Kugelhagel

Nach der Schlacht bei Chickamauga (19./20.9.1863) hatte ein Fahnenträger der Konföderierten 83 Kugellöcher in seiner Fahne.

Ein Amerikaner in Venedig

Das obenstehende Bild hat zwar nichts mit dem Civil War zu tun, dennoch haben wir es mit freundlicher Genehmigung von Prof. Gerhard Tötschinger aus dessen neuestem Buch "Venedig für Fortgeschrittene" übernommen. Es zeigt Buffalo Bill mit Mitwirkenden aus seiner Wild West Show.

Three cheers to the horse

 Unions Gen. Irvin McDowell stand bei seinen Vorgesetzten wie bei den Untergebenen gleichermaßen in keinem guten Ruf. Gab man ihm doch zumindest die Mitschuld an beiden Niederlagen bei Manassas. Gen. Pope fluchte einmal: "Gottverdammter McDowell, er ist niemals dort, wo ich ihn haben will!" Nur ein konföderierter Kriegsgefangener spottete: "Mc Dowell ist ein feiner General, warum gebt ihr ihm nicht das Oberkommando?".

Ein tödlich verwundeter Offizier sagte: "Ich bin eines der Opfer von Popes Dummheit und McDowells Verrat."

Den Vogel aber schoss wohl ein Unionssoldat kurz vor Manassas 2, am 18. Juni 1862, ab, als McDowells Pferd stürzte und den Reiter unter sich begrub: "Ein dreifaches Hoch auf das Pferd!"

Selbstkritik

Über die erste Schlacht bei Manassas/Bull Run sagte Gen. Joseph E. Johnston, dass die Armee der Konföderation durch den Sieg mehr desorganisiert worden sei, als die der Union durch die Niederlage.

Sicherheit

Zu Beginn des Bürgerkrieges wurden kugelsichere Westen, das Stück zu $ 5,- für Privates und zu $ 7,- für Offiziere, verkauft. Es waren tausende Soldaten, die sich damit ausrüsteten. Immerhin sollten diese Westen, die dem Brustharnisch eines Ritters ähnelten, eine Pistolenkugel auf zehn Schritt und eine Gewehrkugel auf eine Entfernung  von 200 Metern abhalten. Doch bald warfen die meisten Träger dieser "Panzer" sie wieder weg: Sie waren schlichtweg zu schwer und zu heiß.

Der graue Freibeuter

Lt. James Iredell Waddell kommandierte die CSS Shenandoah, die man von den Briten 1864 gekauft hatte. Sofort machte sich Waddell auf, um die US Walfangflotte zu "inkommodieren". Dies gelang ihm sehr gut, obwohl er zu Anfang nur rund ein Drittel der benötigten Mannschaft hatte. Aber von gekaperten Schiffen fanden sich Freiwillige und auch bei einem Aufenthalt in Melbourne heuerten einige Männer bei ihm an. Waddell zerstörte 32 Schiffe, kaperte sechs und nahm über 1000 Männer gefangen, die meisten davon - nach der Kapitulation Gen. Lee`s. Zwar hatten ihn zwei Walfängerkapitäne darauf aufmerksam gemacht, dass der Krieg vorbei sei, aber Waddell schenkte dem keinen Glauben. Im November 1865 übergab er sein Schiff in Liverpool den britischen Behörden. Zuvor hatten er und seine Männer einmal die Erde umrundet.

Fetzenaristokratie

1860 gab es in New York einige Dutzend Millionäre. Am Ende des Bürgerkrieges waren es mehrere Hundert. Wie war es dazu gekommen?

Nun: Viele von ihnen verkauften alte wertlose Gäule an die Armee oder Uniformen und Schuhe, die den Trägern oft schon beim ersten Marsch (oder gar Wind oder Regen) in Fetzen vom Leib hingen oder sich in ihre Bestandteile auflösten - natürlich zum vollen Preis!  Aber keiner dieser "Fetzenaristokraten", wie man sie nannte, wurde vor Gericht gestellt oder gar verurteilt. Nein: Sie waren hoch angesehen und einer der Erfolgreichsten, George Opdyke, wurde 1862 zum Bürgermeister von New York gewählt. Geld regiert die Welt!

Einigkeit

Während des Bürgerkrieges gab es genug Animositäten zwischen Generälen, besonders auf Seite der Konföderierten. Die Lage war angespannt, die Nerven lagen blank. Daher erscheint dies nicht verwunderlich.

Was aber verwunderlich ist: Drei Generäle wurden von "Kameraden" ermordet, aber keiner von ihnen wurde bestraft.

Fleisch bringt´s

Im September 1864 war die Lage für den Süden äußerst prekär. Die Yankees hatten ungefähr dreißig Meilen Befestigungen von Richmond nach Petersburg gebaut, als ein Scout der Konföderierten die Nachricht brachte, es stünden ca. 3000 Rinder der US Armee in einem Pferch hinter deren Linien etwa fünf Meilen von Grant´s Hauptquartier entfernt.

Wade Hampton, General der konföderierten Kavallerie, hatte den Auftrag, hinter den feindlichen Linien für Unruhe zu sorgen. Bei dieser Gelengenheit, so meinte er, könne er auch gleich die Rinder organisieren. Gen. Lee stimmte zu, sagte aber: "Die einzige ernstliche Schwierigkeit, die ich bei ihrem Vorhaben sehe, ist ihre Rückkehr."

Der Coup gelang, es konnten fast alle Rinder, bei nur geringfügigen Verlusten bei der Truppe, zu den Grauröcken gebracht werden.

Präsident Lincoln meinte zu dem Vorfall: "Der raffinierteste Pferdediebstahl, von dem ich je gehört habe."

Als Gen. Grant danach von einem Reproter gefragt wurde, wann er glaube, Lee zu besiegen, antwortete er: "Nie, wenn unsere Armeen fortfahren, ihn mit Rindfleisch zu versorgen."

Einige Zeit lang verspotteten die Soldaten der Rebellen ihre blau berockten Kollegen jenseits der Wachlinien durch Muhen, oder boten ihnen Steaks an.

Pvt. Henry Stanley

Henry Stanley war ein 21jähriger Brite und eingefleischter Abenteurer, der 1861 in New Orleans lebte. Vom Kriegsfieber angesteckt, schloss er sich der konföderierten Armee an und erhielt seine Feuertaufe bei Shiloh. Wenig später wurde er gefangen genommen und wechslte kurzerhand die Uniform, um bald darauf zu desertieren. Nach dem Bürgerkrieg wurde er ein bekannter Journalist und Afrika Forscher. Ein Satz von ihm dürfte vielen bekannt sein: "Dr. Livingstone, nehme ich an?"

Das graue Gespenst

So wurde Col. John Singleton Mosby, Kommandant des 43rd Battalion Virginia Cavalry, genannt. Er tauchte aus dem Nichts auf und verschwand wieder eben dorthin. Seine Einheit, auch Mosby Rangers genannt, teilte er in kleine Gruppen, die leicht durch die Reihen der Union kamen und dort für Verwirrung sorgten. Nach den Raids trennte man sich und ging nach Hause. Für die nächste Aktion traf man einander wieder. Aus diesem Grund wird er auch der Vater der Guerilla - Taktik genannt.

Eine Episode brachte ihn in die Schlagzeilen: Im März 1863 ging er in das Schlafzimmer des Hauses in dem Unions Brig. Gen. Edwin Stoughton schlief. Er zog ihm die Decke weg und klopfte ihm auf das Hinterteil. "Was soll das", brüllte der General, "wissen Sie wer ich bin?" "Ich glaube schon, General. Haben Sie jemals von Mosby gehört?" "Ja, haben Sie ihn gefangen?" "Nein, aber er hat Sie gefangen."

Dass die Unionstruppen in dem Teil Virginia´s, der auch Mosby´s Confederacy, genannt wurde, stets auf der Jagd nach dem Colonel waren, versteht sich. Einmal kletterte er aus dem dritten Stock eines Hauses, das von Soldaten durchsucht wurde, auf einen Nussbaum - der steht übrigens heute noch - und wartete den Abzug der Häscher ab. Ein anderes Mal konnte ihm der Friseur gerade noch rechtzeitig eine extra Portion Rasierschaum verpassen, sodass ihn die Blauröcke nicht erkannten.

Mosby ergab sich nie, sondern entließ seine Truppen (acht Kompanien, ca. 1900 Mann) am 21. April 1865. Bis zu seinem Tode übte er verschiedene hohe Ämter aus.

In der Schule hatte er ausgezeichnete Note in Latein und Altgriechisch. Da sage einer etwas gegen humanistische Bildung.

 

Brot oder Blut

Mit diesem "Schlachtruf" zogen im Frühjahr 1863 in Georgia, North Carolina und Virginia Frauen mit Revolvern, Gewehren, Messern und Äxten bewaffnet durch die Straßen. Sie wollten die Lebensmittelhändler dazu zwingen, die aus Spekulationsgründen überhöhten Preise auf das von der Regierung vorgeschriebene Niveau zu senken. Andernfalls würden sie sich mit Gewalt nehmen, was sie brauchten.

"Unsere Männer und Söhne sind durch den grausamen Krieg von uns getrennt. Nicht nur um ihre ärmlichen Behausungen zu schützen, sondern auch die Häuser und das Eigentum der Reichen."

Ehe die Frauen auf die Straße gingen, hatten sie auch die jeweilige Regierung um Hilfe gegen den Preiswucher und die Ungerechtigkeit bei der Einberufung gebeten.

Diese Frauenaufstände mündeten darin, dass in einigen Staaten der Konföderation die Wohlfahrtssyteme für die allein gebliebenen Familien ausgebaut und da und dort sogar die Händler angewiesen wurden, ihre Lebensmittel zuerst an die zu verkaufen, deren Männer oder Söhne im Krieg waren.

Kommt bekannt vor, oder?

Im Jahre 1857 erschien im "Harper´s Weekly" William Allen Butler´s Gedicht "Nothing To Wear". Hierin schreibt er über eine Miss Flora M`Flimsey, die mehrere Monate jährlich in Paris zubringt, um Kleider zu kaufen, dennoch aber nichts anzuziehen hat.

Darauf bezog sich der "Staunton Spectator" im Shenandoah Valley in seiner Ausgabe vom 4.6.1861: Die Zeiten der Flora M`Flimsey seien nun vorbei. Die Damen hätten zwar das gleiche Recht, die Mode zu bestimmen, wie die weniger biederen in Paris. Aber in den jetzigen Zeiten sei vornehmlich darauf zu achten, dass die Kleider nett, billig und dauerhaft seien.

 

Das Geschäft blüht(e)

Obwohl der Import von Sklaven schon lange verboten war, lebten viele New Yorker Schiffseigner blendend vom Sklaventransport. Immerhin konnte man nach bereits nur einer Fahrt ausgesorgt haben. Und auch die amerikanische Navy kümmerte sich nur wenig um diese Schiffe. Zusätzlich Hilfe erhielten die Reeder durch die Stadtregierung, die von der Bevölkerung stets in einem Atemzug mit der bekannten Gang "The forty thieves" genannt wurde. So scheint es nur logisch, dass der Bürgermeister 1860 laut über eine Sezession nachdachte: "The free City of Tri-Insula" sollte New York heißen. Die Wahl Lincolns setzte dem ein Ende, und die "Sklaventransporteure" wurde vor Gericht gestellt, einer sogar hingerichtet. 

Don´t mess with Texas

Gen. John Bell Hood´s Texas Brigade in der Army of Northern Virginia, die sich für ihren heldenhaften Einsatz auf den Schlachtfeldern von u.a. Manassas, Antietam, Gettysburg, The Wilderness und Chickamauga den Ehrennamen "Lee´s Grenadier Garde" erworben hatte, war nicht leicht zu führen. So weigerte sich z.B. die 4th Texas R.T.P. Allen als ihren Colonel anzuerkennen.

Den Vogel aber dürfte die 5th Texas abgeschossen haben: Als sie Col. Frank Schaller`s Eitelkeit und ausländischen Akzent satt hatten, fand der Colonel eines Morgens sein Pferd ohne Mähne und Schweif, sowie den Sattelgurt abgeschnitten vor. Er verließ darauf fluchtartig das Camp.


Letztes Update: 30.11.2011


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