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... in der Union

A s b o t h

Oberst, ehemals österreichischer Offizier und Deutsch-Ungar, gehörte zu Fremonts Stabe in Missouri, war Brigadier in Sigels Division bei Pea Ridge, zeichnete sich in jener Schlacht besonders aus und wurde bei dem Sturme von Elkhornpaß verwundet. Kämpfte später in Florida, wurde abermals und zwar sehr schwer verwundet. Er starb bald nach dem Kriege als amerikanischer Konsul in Buenos Aires an den Folgen seiner letzten Verwundung. Er erhielt den Rang eines Brigadegenerals.

B ö r n s t e i n , H.

Oberst des 2. deutschen Missouri-Regiments. Ehemals österreichischer Offizier, Achtundvierziger. Einer der Hauptführer bei der Erhebung der Deutschen von St. Louis. Glänzend begabter Mann, Redakteur und Besitzer des »Anzeiger des Westens«. Börnstein hat nur an den ersten Kämpfen in Missouri teilgenommen. Er wurde von Lincoln bald als Konsul nach Bremen geschickt. Börnsteins Memoiren sind äußerst lesenswert.

B o u r r a y d ' I v e r n o i s , Gotthilf

ehemals österreichischer Offizier, später in päpstlichen Diensten. Bourray war zuerst in Blenkers Wartesaal. Schurz erwähnt ihn rühmend bei Chancellorsville, wo er das 68. New York-Regiment in Schimmelfennigs Brigade kommandierte. Er führte auch das Regiment bei Gettysburg. Er war aber ein Trunkenbold und wurde deshalb entlassen.

F ä h t z , C. F. M.

Oberstleutnant des 8. Maryland-Regiments, ehemals österreichischer Offizier. Revolutionär in Ungarn.

v. H a m m e r s t e i n

ehemals österreichischer Offizier, Major im Stabe McClellans. Sein General stellt ihm das glänzendste Zeugnis aus. Wenn es schwierigen und wichtigen Adjutantendienst gab, so wurde v. Hammerstein oder dessen gleichfalls im McClellanschen Stabe dienender Freund Paul v. Radowitz dazu ausgesucht. Später war v. Hammerstein Oberst eines New Yorker Regiments. Schrecklich war sein Schicksal nach dem Ende des Krieges. Der ehemals so verhätschelte deutsche Offizier konnte sich nicht ernähren. Er trat als Gemeiner in die reguläre Bundeskavallerie ein in der Hoffnung, daß er avancieren werde. »But his habits were against him« meldet Mc Clellan, der sich noch in späteren Jahren seines Adjutanten erinnert und ihm in seinem Buche »Mc Clellans own story« ein Denkmal setzt. v. Hammerstein wurde zum Befördern der Post im wilden Westen verwendet. Er hatte die Briefe von einem der Forts nach einem andern zu bringen. Er kam in einen Schneesturm, blieb unterwegs liegen, beide Beine erfroren ihm und mußten amputiert werden. Dieses Unglück rührte seine Angehörigen in Österreich, man schaffte ihn in die Heimat und dort ist er gestorben.

v. H a u s e n , Julius H.

Dr. - Achtundvierziger Flüchtling aus Wien. Zuerst Regiments- dann Brigadearzt in der Potomacarmee. Wirkte fast während des ganzen Krieges als Chirurg in hingebungsvollster Weise.

K o v a s z , Stephan

Major und Regimentsführer im 54. New Yorker Regiment. Zeichnete sich besonders bei Bull Run II aus. Nachdem Oberst Koltes gefallen war, übernahm Kovasz den Befehl über die Koltessche Brigade. Ehemals österreichischer Offizier.

 

K o z l a y , Eugen Arthur

Oberst des 54. New Yorker Regiments »Schwarze Jäger«. Früherer österreichischer Offizier. Während der ungarischen Revolution Adjutant Kossuths. Kozlay diente während des ganzen Krieges.

v. L ü t t w i t z , Adolf

ehemals österreichischer Offizier. Zuerst im 54. New Yorker Regiment, dann im Schurzschen Stabe. Später Kommandeur der Pioniere der Division Schurz. Trat später in englische Kriegsdienste und kämpfte noch im letzten Burenkriege.

M a r k b r e i t , Leopold

zuletzt Oberst. Aus Wien gebürtig, Halbbruder des Redakteurs Fritz Hassaurek vom Cincinnatier Volksblatt. Markbreit wurde 1907 mit großer Mehrheit zum Bürgermeister von Cincinnati gewählt. Er war einer der letzten Zeugen (gest. 1909) der fürchterlichen Qualen, welche die gefangenen Unionsoffiziere im Libby-Gefängnis zu Richmond zu erdulden hatten. Er war einer der Geiseln, welche vom Lose dazu bestimmt wurden, erschossen zu werden, im Falle die Unionsführung das Todesurteil an drei gefangenen Rebellenoffizieren, welche der Spionage überführt worden waren, vollstrecken sollte. In einer Zelle des Kellers von Libby traf er mit seinem Schicksalsgenossen Emil Frey zusammen.

v. M e t t e r n i c h , Germain

Oberstleutnant des 46. New Yorker Regiments, fand auf der Insel Tybee bei Savannah einen schrecklichen Tod. Ein stolpernder Infanterist rannte ihm das Bajonett durch den Hals. Metternich war ein Achtundvierziger, hatte in Baden unter Sigel gekämpft und war früher österreichischer Dragoneroffizier gewesen.

M i h a l o t z e y , G.

Deutschungar, früher österreichischer Offizier, Oberst des 24. Illinois-Regiment. Kaum von einer in der Schlacht am Chickamauga erhaltenen schweren Wunde genesen, wurde er im Februar 1864 bei einer Rekognoszierung am Buzzard Roost in Georgia abermals so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Beerdigt auf dem Nationalfriedhofe in Chattanooga, wo 13000 gefallene Soldaten ruhen.

v. M o s c h z i s k e r , Franz A.

Dr. med., Stabsarzt in der österreichischen Armee, beteiligte sich an der Erhebung in Ungarn, hervorragender, auch von Carlisle gerühmter Schriftsteller. Kam im Jahre 1853 nach Amerika. Während des Bürgerkrieges Militärarzt in den großen Hospitälern von Washington.

0 t t e n d o r f e r , Oswald

bedeutender Publizist, Redakteur der New Yorker Staatszeitung. Achtundvierziger aus Wien. Ottendorfer hat sehr viel dazu beigetragen, um die deutschen Demokraten für die Unionssache zu begeistern. Die Staatszeitung war ein demokratisches Parteiblatt und diente während der kritischen Periode manchem der Achtundvierziger als Zielscheibe von zum Teil geradezu pöbelhaften Angriffen. Ottendorfer resignierte als Präsidentschaftselektor des Staates New York, nachdem die Charlestoner Konvention sich für die extremsten Forderungen der Sklavenhalter erklärt hatte und führte das höchst einflussreiche Blatt dem Unionslager zu. Ottendorfer sowie dessen Gattin, haben ihren großen Reichtum in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt und bedeutende Stiftungen sowohl in New York als in der alten Heimat hinterlassen.

v. P i l s e n

Oberst der Artillerie. Ehemals österreichischer Offizier. Zeichnete sich besonders unter Fremont 1862, im Shenandoahtale gegen Jackson aus. Wurde bei einer Rekognoszierung schwerverwundet und starb an den Folgen.

S t a h e l , Julius

Deutschungar. Österreichischer Offizier. Schloss sich der rev. Armee an und diente im Stabe der Generale Görgey und Guyon. Flüchtete nach dem Siege der Russen über Deutschland nach Amerika. Mai 1861 Oberstleutnant in Blenkers 8. New Yorker Regimente. Er wurde von Präsident Lincoln belobt, wegen tapferer Haltung bei Bull Run I. Im November 1861 wurde Stahel Brigadegeneral und Führer der I. Brigade der Blenkerschen deutschen Division. Dieser wurde der Hauptangriff in der Schlacht von Cross Keys zuteil, welcher infolge des kopflosen Vorführens des 8. Regiments durch den Obersten Wutschel scheiterte. Stahel machte als Brigadier unter Sigel die Popesche Kampagne von 1862 mit und kämpfte mit großer Auszeichnung in der zweiten Bull Run Schlacht, deckte auch im Verein mit Schurzens Division den Rückzug der Armee Popes.

 

Am 29. September eroberte Stahel Warrenton und machte über tausend Gefangene. Am 27. November unternahm er eine Rekognoszierung gegen Jackson, bei Ashby Gap, jagte den Feind über den Shenandoah bis Sperryville, errang einen zweiten Sieg und verfolgte den Gegner. Er eroberte zwei Fahnen, machte große Beute an Proviant, Pferden und Vieh und mehrere hundert Gefangene. Im Frühling 1863 wurde Stahel der Waffe zugeteilt, für welche er sich besonders eignete, der Kavallerie. Stahel gehört zu denjenigen Führern, welche die bisher so jammervoll ausgestattete und schlecht geführte Reiterei der Union reorganisierten und dieselbe endlich zur Geltung brachten. Die Generale Hooker und Heintzelmann erklärten, daß die Stahelschen Reiterregimenter die besten seien, welche sie je gesehen hätten. Auf Lincolns Wunsch wurde diesen Reitern der Schutz Washingtons anvertraut.

 

Stahel war gleichzeitig mit Schurz am 14. März 1863 zum Generalmajor ernannt worden. Er diente als Reiterführer unter General Reynolds und hatte bei Frederick, Md., ein siegreiches Gefecht gegen die feindliche Reiterei unter General Young. Bis März 1864 führte Stahel die Kavallerie im Korps des Generals Couch und wurde am 26. April 1864 wieder dem Sigelschen Korps zugeteilt, welches im Shenandoahtale vordrang, aber bei New Market von Breckinridge geschlagen wurde. Stahel kam in diesem Gefecht nicht zur Geltung, desto mehr aber in den Kämpfen, welche Sigels Nachfolger, Hunter, im Shenandoahtale zu bestehen hatte. Stahel führte dabei die Vorhut. Er wurde auf dem Marsche nach Stauntonvon der Rebellen-Kavallerie unter Jones angegriffen, schlug jedoch den Feind zurück und verfolgte ihn bis Piedmont, wo man die feindliche Hauptmacht stark verschanzt antraf. Stahel hielt den Feind in Schach bis zum Eintreffen der Verstärkungen unter Hunter. In der nun folgenden Schlacht von Piedmont hat Stahel sich besonders ausgezeichnet und sich die Tapferkeitsmedaille verdient.

 

Obschon gleich im Anfange des Gefechts schwer verwundet, führte Stahel doch seine Geschwader zu einer glänzenden Attacke vor, durchbrach die Verteidigungsstellung des Gegners und brachte letzteren zur völligen Auflösung. Infolge seiner Verwundung eine Zeitlang dispensiert, wurde Stahel später mit der Organisation von Rekrutenabteilungen in Harpers Ferry und Martinsburg betraut. General Stahel hat interimistisch als Korpsführer gewirkt. Er resignierte 8. Februar 1865. Nach dem Kriege war Stahel als Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Yokohama, später in derselben Eigenschaft in Shanghai tätig. Er hat gegen 12 Jahre die Vereinigten Staaten im fernen Osten vertreten. Später hat sich General Stahel in New York verschiedenen erfolgreichen Unternehmungen zugewendet. Als 85 jähriger Greis macht der alte Held noch durchaus den Eindruck eines Sechzigers.

W u t s c h e l

dritter Oberst des deutschen 8. New Yorker Infanterie-Regiments. Wutschel stammte aus Wien, hatte dort auf den Barrikaden gekämpft.

 

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Letztes Update: 16.09.2007


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