Die Lage des SĂŒdens war zu Beginn des Jahres 1862 trotz der Erfolge des Jahres 1861 nicht gerade rosig. Nachdem im Februar 1862 Johnstons Verteidigungslinie östlich des Mississippi zusammengebrochen war, gab im MĂ€rz die Linie westlich des Flusses ebenfalls nach. In Arkansas stand ein neuer General an der Spitze der konföderierten Truppen.
Mit Earl Van Dorn hatte ein kleiner, aber verbissener Mann aus Mississippi das Kommando. Er hatte seine Kampferfahrung im Mexiko-Feldzug und in den Frontier-KĂ€mpfen gegen die Indianer erworben. Dabei war er fĂŒnfmal verwundet worden.
Van Dorn hatte Johnston einen Kampfplan vorgelegt der einen Einmarsch der Konföderierten in Missouri vorsah. Zu diesem Zweck musste man zunÀchst jedoch eine Unionsarmee in der StÀrke von ca. 11 000 Mann aus dem Wege bekommen, welche erst im Winter Sterling Price mit seinen konföderierten Missouriern aus ihrem Heimatstaat vertrieben hatte.
Van Dorn stellte eine Truppe auf welche zwar ca. 16 000 Köpfe zÀhlte, aber bunt gemischt war. Sie bestand nicht nur aus Divisionen unter Price und McCullogh (jene Truppen die im August 1861 bei Wilson`s Creek siegreich waren), sondern auch aus drei Regimentern Indianern der "zivilisierten Völker".
Die Indianer dienten unter HĂ€uptlingen die BĂŒndnisvertrĂ€ge mit der Konföderation geschlossen hatten, weil sie sich in einer sĂŒdstaatlichen Nation gröĂere UnabhĂ€ngigkeit erhofften als in den Vereinigten Staaten. Eine eigenartige Situation: Der alte Indianerfeind Van Dorn erhoffte mit ihrer Hilfe Reputation zu gewinnen und dem SĂŒden zu dienen.
Die kleine Armee der Union, welche Van Dorn sĂŒdlich des Pea Ridge an der Grenze zwischen Arkansas und Missouri den Weg verstellte, wurde von Samuel R. Curtis kommandiert. Einem etwas farblosen, aber kompetenten Absolventen von West Point, der ebenfalls Kriegserfahrung aus Mexiko mitbrachte und danach dreimal Abgeordneter zum Kongress fĂŒr Iowa war.
Van Dorn wollte die Truppen von Curtis nicht frontal in ihren SchĂŒtzengrĂ€ben angreifen, sondern marschierte mit seinen Truppen am 06 MĂ€rz an der Flanke des Feindes entlang, um ihn von seinen Nachschublinien abzuschneiden und im RĂŒcken zu fassen.
Die Truppen der Union sitzen jedoch nicht nur abwartend in den GrĂ€ben und warten, sondern sie schicken auch KrĂ€fte zur AufklĂ€rung nach vor. Diese aufmerksamen SpĂ€her der Unionstruppen erkennen das Manöver der Konföderierten und melden dies ihrem Kommandanten. (Unter diesen SpĂ€hern ist auch ein Mann mit Namen James "Wild Bill" Hickok. In der Folge der "Geschichte" hat er natĂŒrlich allein die Umgehung und die damit verbundene Bedrohung ausgekundschaftet.) Als Folge dieser AufklĂ€rungsergebnisse Ă€ndern die Truppen der Union ihre Aufstellung.
In der Nacht zum 07 MĂ€rz marschiert Price mit seinen Missourier durch die Dunkelheit um den Feind bei Elkhorn Tavern zu ĂŒberraschen. McCulloch steht vor dem rechten YankeeflĂŒgel und die Indianer reiten gegen Osterhaus. Price kann noch vor Morgen die Höhe des Big Mountain und die StraĂenkreuzung vor Elkhorn Tavern besetzen. Van Dorn ist erkrankt und muss seine Truppen von einem Ambulanzwagen aus fĂŒhren. Van Dorn, welcher glaubt den Feind im RĂŒcken anzugreifen, wird im Morgengrauen an der linken FlĂŒgelfront mit schwerem Artilleriefeuer begrĂŒĂt.
Die Truppen der Union haben in der Dunkelheit eine Wendung um 180 Grad vollzogen und den Feind erwartet. Auf der linken Seite der Union haben die Indianerregimenter schwer unter dem Artilleriefeuer zu leiden, wĂ€hrend SchĂŒtzen der Yankees McCulloch und seinen Stellvertreter von den Pferden schieĂen und den nĂ€chsthöheren Offizier gefangen nehmen.
Stand Waties Cherokees erobern zwar eine GeschĂŒtzbatterie deutscher Artillerie, als jedoch beim Kampf um "die Wagen die SchieĂen" Munition explodiert verzichten sie auf weitern Kampf. Auf der rechten Seite der Union, drei Meilen weiter östlich, hatte sich unterdessen die Infanterie der Union, die dem Gegner 1:2 unterlegen war, nach erbitternden Gefechten zurĂŒckgezogen.
So endete dieser Tag doch noch mit leichtem Vorteil fĂŒhr Van Dorn, welcher sich allerdings nicht als Sieger fĂŒhlen konnte. Auf Seite der Rebellen war auch Reitergeneral John McIntosh an diesem Tag gefallen.
Am nĂ€chsten Morgen musste Van Dorn erkennen, daĂ es nicht damit getan ist den Feind im RĂŒcken anzugreifen. Die Konföderierten waren nach dem ersten Kampftag knapp an Munition, aber zwischen ihnen und den Munitionswagen stand jetzt die Armee der Union. Beide Armeen konzentrierten nun ihre KrĂ€fte auf den Bereich Elkhorn Tavern und der StraĂenkreuzung.
Die Artillerie der Union schoss Sperrfeuer und schaltete mit Masse die Artillerie der Rebellen aus (welche aber auch nicht mehr ĂŒber genĂŒgend Granaten fĂŒr eine wirkliche Gegenwehr verfĂŒgte). Was folgte war ein Infanterieangriff der Union wie aus einem Lehrbuch.
Franz Sigels Regimenter von Deutschamerikanern aus Illinois und Missouri brechen die Front der Konföderierten auf, insgesamt treten bei diesem Angriff 7000 Mann der Union an. Die Konföderierten (auch knapp an Munition) treten zum RĂŒckzug an welcher in wilde Flucht ĂŒbergeht. Ăber die Verluste auf beiden Seiten gehen die Berichte weit auseinander.
Die Union hat ca. 1300 Mann verloren, bei den Konföderierten schwanken die Angaben je nach Quelle zwischen 800 und 4600 Mann.
Die Schlacht am Pea Ridge war trotzdem der einseitigste Sieg einer zahlenmĂ€Ăig unterlegenen Unionsarmee wĂ€hrend des ganzen BĂŒrgerkrieges. Und sie setzt der Bedrohung Missouris durch die Konföderation vorlĂ€ufig ein Ende.
Die Truppen Van Dorns wurden komplett zerschlagen und es dauerte fast zwei Wochen sie wieder geordnet zusammenzufĂŒhren. Johnston beordert in der Folge Van Dorn mit seinen ca. 15 000 Mann ĂŒber den Mississippi nach Corinth, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Sie kamen jedoch nicht rechtzeitig an, um noch in die Schlacht bei Siloh eingreifen zu können.
© by Heinz 'Colonel' Cekada 2003
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