1820 - Die Gegensätze zwischen Nord und Süd sind alt, und gehen im Prinzip auf die Staatsgründung und die Unionsverfassung zurück. Diese Unionsverfassung überläßt die Frage der Sklavenhaltung den Einzelstaaten.
Daher ist die Leibeigenschaft dort, wo sie bereits existiert durch die Verfassung geschützt. Die Probleme begannen mit den gewaltigen Landgewinnen nach der Unabhängigkeit.
Vor der Aufnahme neuer Gebiete mußte in jedem Einzelfall entschieden werden ob dort Sklaven gehalten werden durften oder nicht. Dies war von grundlegender Bedeutung für das politische Gleichgewicht.
Für die Dixieländer (Staaten mit Sklavenhaltung) bedeutete jeder neue freie Bundesstaat auf Grund der Stimmen im Kongreß eine Gefährdung der südlichen Gesellschaftsform. Nach dem "Missouri-Kompromiß" gibt es 11 freie Staaten und 11 Staaten mit Sklavenhaltung.
1846 - Die Annexion von Texas führt zum Krieg mit Mexiko.
1847 - Nach dem gewonnen Krieg gegen Mexiko fallen den USA Kalifornien, Texas und das New Mexiko-Territorium zu. Die territoriale Expansionspolitik vergrößert den Riß zwischen den nunmehr 15 freien und 15 Sklavenstaaten.
Aus einer protestantischen Erneuerungswelle (second great awaking) entwickelt sich im Norden die Abolitionistenbewegung welche gegen die Sklaverei auftritt. Der Wert der mit Hilfe dieser Bewegung mach Norden flüchtenden Sklaven erreicht Millionenhöhen und steigt ständig weiter.
1850 - Kalifornien wird als freier Staat aufgenommen, die Südwest-Territorien regeln ihre Negerfrage selbst (Kompromiß von 1850). Der Kongreß beschließt das Sklavenfluchtgesetz, nach dem in den Norden geflüchtete Sklaven ihren Besitzern im Süden zurückgegeben werden müssen.
1852 - Erscheinen des Buches: "Uncle Tom`s Cabin: Live Among the Lowly"(Onkel Toms Hütte). Harriet Becher Stowe, eine Schriftstellerin aus streng puritanischer Familie schreibt, obwohl selbst nie im Süden gewesen, einen Roman mit gewaltiger Wirkung.
1854 - Der Einwandererstrom in die USA geht hauptsächlich in den Norden und Westen. Die Notwendigkeit mit der lohndrückenden Slavenarbeit konkurrieren zu müssen führt diese Einwanderer ins Lager der Abolitionisten.
Das Nebraska-Territorium soll aufgenommen werden, die Sklavenhalter erheben Anspruch auf diese Gebiet. Senator Stephen A. Douglas, auf Stimmensuche für die Präsidentschaftswahl, schlägt vor, die lokale Bevölkerung in der Negerfrage entscheiden zu lassen.
Dieser Vorschlag wird vom Kongreß angenommen (Kansas.Nebraska Act) und ersetzt den Missouri-Kompromiß von 1820. Er überläßt somit den Einzelstaaten die Entscheidung über die Einführung der Sklaverei.
Der Süden jubelt und der Norden reagiert mit Entrüstung. Es kommt zur Gründung der Republikanischen Partei mit einem Programm gegen Sklaverei und für Hochschutzzölle. In Kansas kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen.
1859 - Der religiöse Fanatiker John Brown besetzt an einem Sonntag im Oktober mit 21 Helfern das Bundesarsenal in der Grenzgemeinde Harpers Ferry. Die dort gelagerten 100 000 Waffen sollen eine Sklavenaufstand ermöglichen.
36 Stunden nach dem Handstreich fällt Brown Marineinfanteristen und Miliz unter Oberst Robert E. Lee und Lt. James E.B. Stuart in die Hand. Am 02 12 des Jahres wird Brown wegen Mord, Verrat und Aufruf zur Rebellion in Charles Town (West-Virginia) gehenkt.
1860 - Die Präsidentschaftswahlen stehen vor der Türe. Der demokratische Nationalkonvent spaltet sich wegen der Negerfrage in einen nördlichen und südlichen Flügel und jeder Flügel stellt einen eigenen Kandidaten.
Abraham Lincoln wird Kandidat der Republikaner (18. 05.). Er ist aber bei leibe kein flammender Gegner der Sklaverei oder radikaler Abolitionist, er ist bereit die Sklavenhaltung dort wo sie bereits besteht auch beizubehalten.
"Wenn ich die Union dadurch retten kann, daß ich alle Sklaven befreie, werde ich es tun. Wenn ich die Union retten könnte, ohne einen einzigen Sklaven zu befreien würde ich es auch tun."
Er ist allerdings gegen eine Ausbreitung der Sklaverei auf neue Staaten. Am 06. 11 wird Abraham Lincoln mit den Stimmen des Nordens (die Republikaner stellen sich in lediglich 5 der 15 Sklavenstaaten überhaupt dem Wähler) zum 16. Präsidenten der USA gewählt.
In der Folge beginnt die Lage immer instabiler zu werden. South Carolina, einer der 13 Gründerstaaten der Republik, ruft seine Senatoren aus Washington zurück um seine Souveränität zu unterstreichen.
Am 20.12 1860 erklärt South Carolina seinen Austritt aus der Union mit der Unterzeichnung der Sezessionserklärung (Ordinance of Secession) in Charleston. Die Sezessionisten nehmen die Forts Castle Pinckney und Moultrie.
Fort Sumter wird von den Unionstreuen unter dem Kommando von Major Robert Anderson zur Verteidigung eingerichtet. Zwischen South Carolina und Texas besetzen die Sezessionisten Zollhäuser, Forts und Bundesarsenale. Der amtierende Präsident Buchanan weigert sich, die US-Truppen aus Charleston abzuziehen.
1861 - Mississippi erklärt am 09.01. seinen Austritt aus der Union, am 10.01 folgt der Staat Florida. Bis zum Mai 1861 erklären noch die Staaten Alabama, Georgia, Lousiana, Texas und Virginia, Arkansas, Tennessee und North Carolina, in der Summe also 11 Bundesstaaten ihren Austritt aus der Union.
Die Sezessionisten wählen im Februar einen eigenen Präsidenten, Jefferson Davis, einen Generalmajor der Miliz. Er wird in Montgomery, der ersten Hauptstaat der Konföderation, in das Amt eingeführt.
Im März tritt Lincoln sein Amt als 16. US-Präsident an. In seiner Rede zum Amtsantritt verurteilt er die Sezession, da kein Staat das Bündnis mit der Union einseitig lösen könne.
Die Konföderierten verfügen über kein stehendes Heer, daher werden 100.000 Freiwillige für eine Dienstzeit von einem Jahr vereidigt. Die einzelnen Staaten, aber auch die Gemeinden und sogar gut bestellte Privatpersonen rüsten die Einheiten aus. Das alte Mutterland England zeigt Sympathien für den Süden.
Die reguläre Armee der USA verfügt am Vorabend des Krieges über ca. 16 300 Berufssoldaten, dazu kommen Milizen und freiwillige Verbände für den Krisenfall.
Das Gros der Berufsoffiziere wird von Absolventen der West-Point Akademie gestellt, und verfügt über Kriegserfahrung aus den Indianerkriegen und dem Feldzug gegen Mexiko.
Die Masse der US-Armee (ca. 16 000 Mann) steht zum Schutze der Siedler in entlegenen Landesteilen, das Gros der Kriegsmarine ist auf Anordnung des Marineministeriums auf Auslandmission. Die Konföderierten haben somit fast keinen Zugriff auf reguläre Truppen.
Am 12.04.1861 beginnt die Beschießung von Fort Sumter, welches noch immer von Unionstreuen gehalten wird. Am 13.04. kapituliert der Kommandant von Fort Sumters. Die Garnison darf mit ihrem Kommandanten, Major Robert Anderson, nach New York abziehen.
Lincoln fordert 75 000 Milizionäre aus loyalen Staaten an um der "Revolte die auf dem Gerichtswege nicht einzudämmen sei" zu begegnen. Gesucht werden Freiwillige für 90 Tage, da nicht angenommen wird die Rebellion könne sich länger halten.
Schwarze freiwillige werden abgelehnt. Tennessee, Virginia, North Carolina und Missouri lehnen diese Mobilmachung als verfassungswidrig ab. Ca. 300 Offiziere der US-Armee geben ihr Patent zurück und schließen sich den Rebellen an.
Der Oberbefehlshaber der US-Armee, Winfield Scott schlägt auf Grund seines Alters (75 Jahre) Robert E. Lee aus Virginia als seinen Nachfolger vor. Dieser lehnt jedoch ab. Bis zum Mai werden die Freiwilligenverbände formiert und es kommt immer wieder zu Kampfhandlungen.
Es beginnt die heiße Phase des Konflikts als Klassenkampf zwischen Massendemokratie, puritanischer Industriezivilisation und feudaler Pflanzeraristokratie.
Die Freiheit der Neger ist alles andere als ein historisches Ziel, und kaum jemand wäre bereit dafür zur Waffe zu greifen. Es geht um die politische Frage ob Einzelstaaten nach der Konstitution die Union verlassen können.
Die Bevölkerung im Norden rechnet mit einer einzigen großen Kampfhandlung welche den Konflikt für die Union entscheiden wird. Der Oberbefehlshaber der US-Armee ist gegen einen Angriffskrieg in den Süden. Dies würde das Land verwüsten welches ja wieder Teil der Union sein soll. Sein Langzeitplan sieht Pressionen und Blockaden des Südens vor.
Queen Victoria erklärt die Neutralität Großbritanniens in diesem inneramerikanischen Konflikt. Der Süden rechnet mit der diplomatischen Anerkennung durch Frankreich und Großbritannien.
Bis zum Juli 1861 kommt es immer wieder zu Scharmützeln, Seegefechten und Besetzungen, aber zu keiner größeren Kampfhandlung. Den Scharfmachern im Norden ist der Blockadeplan zu langwierig und es wird eine rasche Entscheidung gefordert. Man fürchtet die Kriegsbegeisterung und der Patriotismus könnten ohne eine "richtige Schlacht" verebben.
Lincoln bestätigt, daß die Sklaverei in jenen Staaten wo sie bereits besteht , weiterhin geduldet würde. Der Kongreß verabschiedet die Crittenden-Johnson-Resolution, nach der der Schutz der Verfassung, nicht die Abschaffung bestehender Institutionen wie der Sklaverei, das Ziel des Konflikts mit den Sezessionisten ist.
"On to Richmond". Der Norden setzt am 16. 07. zum Offensivstoß gegen Süden an. US-Generalmajor Irvin Mc Dowell tritt mit 5 Divisionen zum Stoß gegen Manassas Junction an. Es kommt zur ersten Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges am 21 Juli 1861.
© by Heinz 'Colonel' Cekada 2003
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