Während Old-Time Musik und Cajun und sogar Gospel Songs von cleveren Leuten vermarktet wurden, widerstanden die Bluegrass-Musiker lange Zeit einer Kommerzialisierung. Diese starre Haltung hatte zur Folge, dass sich Bluegrass-Platten kaum verkauften, die Musiker und Sänger dafür einen um so größeren Erfolg auf Festivals und in Konzerten haben. Ihre Fans sind eine besonders begeisterte und vor allem treue Gemeinde.
Bill Monroe, der ungekrönte König der Bluegrass-Szene, behauptet, dass sich diese Form der Country Music aus den Melodien der schottischen Dudelsackpfeifer und dem Blues der schwarzen Sklaven entwickelt hat. Viele seiner Fans glauben, dass Bluegrass als eigenständige Form der Country Music gar nicht existiert und es nur die besondere Musik eines Bill Monroe gibt. Alle anderen Künstler seien mehr oder weniger gute Nachahmer des Meisters auf der Mandoline.
An dieser kühnen Behauptung ist etwas Wahres dran. Der in Kentucky (nach dem blauen Gras von Kentucky hat Bluegrass seinen Namen) aufgewachsene Bill Monroe entwickelte eine so eigenständige und besondere Musik, dass er bei seinen ersten Plattenaufnahmen alle Gitarren spielen musste, weil die anderen Musiker mit dem neuen Sound nicht zurechtkamen, einem eher altmodischen Gitarrenspiel mit Blues-Einschlag.
Am charakteristischsten für die Bluegrass-Musik aber wurde der Klang des Banjos, das wie die Gitarre auf eine sehr eigenwillige Art gezupft wird. Als Erfinder dieses neuen Stils gilt der unvergleichliche Earl Scruggs, der immer noch mit seiner Earl Scruggs Revue durch die Lande zieht und von 1945 bis 1948 zu Bill Monroes Blue Grass Boys gehörte. Er zupfte die Melodie mit drei Fingern und einem solchen Drive, dass er keine Konkurrenz zu fürchten brauchte. Im Jahr 1948 machte er sich selbständig und gründete zusammen mit seinem neuen Partner Lester Flatt die Foggy Mountain Boys, die als eine der berühmtesten Bluegrass-Formationen in die Geschichte eingingen. Unvergesslich ihr "Foggy Mountain Breakdown", das zur Titelmelodie des Gangsterfilms "Bonnie und Clyde" wurde und sogar die Nummer 1 der Hitparaden erreichte.
Dies gelang nur noch einer anderen Filmmelodie: dem musikalischen Duell (Duelling Banjos) aus dem Streifen "Deliverance" ("Beim Sterben ist jeder der Erste"), das in eine geschlossene Front progressiver Rock-Hits einbrach und an die Wurzeln der amerikanischen Musik erinnerte.
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