„The Man in Black“ Jonny Cash starb am 12. September 2003 im Alter von 71 Jahren.
Ganz in Schwarz, die Gitarre lässig geschultert, trat er vor sein Publikum, und seine Konzerte begannen immer mit den Worten „Hello, I’m Jonny Cash“. Er sang mit rauer Stimme von Gott, der Liebe, dem Wilden Westen, aber auch von den Armen, Unterdrückten und Ausgestoßenen unserer Gesellschaft.
Er starb am 12. September 2003, Freitag frĂĽh an den folgen seiner Diabetes im Baptist Hospital in Nashville und ĂĽberlebte seine ĂĽber alles geliebte Frau June Carter nur um 4 Monate.
Jonny Cash war eine der bekanntesten Stimmen der Country Musik. Er nahm ĂĽber 1.500 Lieder auf, die fast 500 Alben fĂĽllten.
Seine Karriere spannte sich über mehr als vier Jahrzehnte und wurde von Titeln wie A Boy Named Sue, Folsom Prison Blues, Ring Of Fire und Walk The Line geprägt
Jonny Cash hatte nicht nur eine der dominierendsten Stimme in der Country Musik, sondern er mischte auch kräftig in der Pop Szene mit, in der er gegen “Gegner” wie die Rolling Stones und die Beach Boys antrat und 48 Singles in die US-Billboard-Pop-Charts brachte.
Seine 10 Grammys und der ihm im Jahr 1998 verliehene Grammy für das Country Album des Jahres „Unchained“ zeigen von seinem Lebenswerk. Man spricht davon, dass der Song „Walk The Line“ von mehr als 100 Sängern und Gruppen weltweit nachgespielt wurde.
Jonny Cash wurde am Freitag dem 26.Februar 1932 in Kingsland, Arkansas geboren. Seine Eltern bauten untertags Baumwolle an und sangen am Abend Hymnen und Gospels. Im Alter von 12 Jahren schrieb er Gedichte und Lieder und stellte so die Weichen zu seiner Musikkarriere, obwohl er nie Musik gelernt oder studiert hatte. Seine erste Gitarre bekam er von seiner Mutter geschenkt, die ihm auch die ersten Griffe und Akkorde beibrachte.
Nach der Highschool trat er in die Airforce ein. Da die Airforce J.R. nicht als Vorname akzeptierte, wählte er John als Vorname. Während er in Deutschland stationiert war, kaufte er seine erste eigene Gitarre und gründete eine Band. Als seine Dienstzeit zu Ende war, ging er nach Memphis und versuchte dort in der Musikszene Fuß zu fassen. 1954 sprach er bei Sam Phillips von Sun Records vor und hoffte einfache Gospelsongs aufzunehmen. Phillips, der Mann der Elvis Presley und Jerry Lee Lewis entdeckte, steuerte Cash in eine mehr kommerzielle Richtung.
Cash’s erste Single „Hey Porter“ hatte ein nicht sehr erfolgreiches Debut. Aber seine folgenden Aufnahme, (1955) „Cry, Cry, Cry“ erregte landesweite Aufmerksamkeit. „Folsom Prison Blues“ ging 1956 in die Top 50 der Country Singles und „I Walk The Line“ wurde sein erster Nummer 1 Hit.
1957 machte er seine erste Erfahrungen an der Grand Ole Opry.
1958 hatte er bereits 50 Songs veröffentlicht, mehr als 6 Millionen Schallplatten verkauft und wechselte zu Columbia.
Ende der 50er, Anfang der 60er setzte sich die Serie der großen Hits fort. Nummern wie „Don’t Take Your Guns To Town“, I Got Stripes“, „Ring of Fire“, „Family Bible“ und “The Ballad Of Ira Hayes” waren Meilensteine in diesem Karriereabschnitt.
Er machte weltweite Tourneen und spielte kostenlos in amerikanischen Gefängnissen
1968; Das Album Jonny Cash at Folsom Prison wurde am 13.1.1968 live in Folsom Prison aufgezeichnet, die ausgekoppelte Single „Folsom Prison Blues“ kam am 1.6.1968 in die Billboard-Charts und war dort 18 Wochen lang auf Platz 1, sowie 122 Wochen in den Pop-Charts, wo es bis Platz 13 kam.
1969; Jonny Cash at San Quentin wurde am 24.2.1969 live in San Quentin aufgenommen, kam im Juni 1969 in die Billboard-Charts, war 70 Wochen in den Pop-Charts, davon 4 Wochen auf Platz 1. Gleichzeitig 20 Wochen in den Country-Charts auf Platz 1.
1969; „San Quentin“ und „A Boy named Sue“ wurde ebenfalls am 24.2.1969 aufgenommen, war in den Country-Charts 5 Wochen Platz 1, in den Pop-Charts 3 Wochen auf Platz 2.
Das aufreibende Showleben forderte seinen Tribut. Drogenprobleme beendeten seine Karriere und seine erste Ehe.
Aber 1967 bekam er mit Hilfe seiner Gesangspartnerin June Carter sein Leben wieder in Griff. Ein Jahr darauf heiratete er June Carter und feierte ein triumphales Comeback. June Carter und Jonny Cash hatten zusammen fünf Kinder. („If I Were A Carpenter“ zusammen mit June Carter)
Am Ende dieses Jahrzehnts war Jonny Cash „Die Stimme der Country Musik“. Im Herbst 1969 brachte er die besten Acts der Welt und verdrängte damit sogar die Beatles. In diesem Jahr produzierte er 5 Prozent von allen verkauften Tonträgern in den USA.
Die Jonny Cash Show wurde von ABC TV von 1969 bis 1971 ausgestrahlt und brachte Gäste wie Bob Dylan, Merle Haggard und Louis Armstrong.
In den 70er nahm er weitere Platten auf und sein Stil wurde progressiver und weniger kommerziell. Nie hatte er seine Liebe zur Gospelmusik aufgegeben und so produzierte er mit Larry Murray einen Film basierend auf der Lebensgeschichte Jesus. Der Film „Gospel Roads“ kam 1973 in die Kinos mit Cash und June Carter als Maria Magdalena in den Titelrollen.
In seinem 1971er Hit „Man In Black“ sagt Cash, dass seine schwarze Kleidung die Unterdrückten der Welt symbolisiert. Er singt „Ich würde gerne wie ein Regenbogen gekleidet sein, wenn alles auf der Welt in Ordnung ist“. Das hat er nicht erlebt. Er starb als „MAN IN BLACK“.
1980, im Alter von 48 Jahren wurde Cash als jüngster lebender Künstler in die „Hall Of Fame“ aufgenommen. Er war Teil des weltberühmten Quartetts „The Highwaymen“, mit Willie Nelson, Waylon Jennings und Kris Kristofferson als Partner und machte auch live Auftritte mit z. B. Willie Nelson „Ghostriders in the Sky“ die alle zu einem großen Erfolg wurden.
Als die Drogenprobleme in Folge der Einnahme von Schmerzmitteln zurĂĽckkehrten, ging Cash in die Betty Ford Klinik.
Am Ende der Dekade begann Cash’s Popularität zu schwinden – ein anderer Sound fand Einzug in die Country Musik Szene und er beendete seinen Vertrag mit Columbia. Ein neuer Kontrakt mit Mercury Nashville konnte seinen früheren Erfolg nicht mehr wiederholen, seine Konzerte erfreuten sich aber nach wie vor großer Beliebtheit. (Jonny Cash und Roseann Cash „Ballad of a Teenage Queen“)
1996 wurde Parkinson bei Cash diagnostiziert, frühere Untersuchungen sprechen von einem Shy-Drager-Syndrom, eine unheilbare Krankheit mit ähnlichen Symptomen und Auswirkungen wie die Parkinsonsche Krankheit.
„Meine Wurzeln liegen in der Arbeiterschicht“ sagte Jonny Cash 1987 in den Musik City News. Ich kann mich sehr wohl daran erinnern wie es ist, 10 Stunden am Tag Baumwolle zu pflücken. Ich kann mich deshalb so gut daran erinnern, weil ich es nie wieder machen will.
Regelmäßig hat er persönlichen wie gesellschaftlichen Mythen harten Realismus entgegengesetzt. Viele seiner Songs behandeln eher die US-Massaker an den Indianern und die Umweltzerstörung statt die ansonsten viel besungene Freiheit des Westens. Er war ein Mann, der mit seinem ganzen Familienclan um die Welt reiste und die Botschaft des einfachen Mannes verkündete.
Jonny – du wirst uns fehlen aber in deiner Musik immer weiter leben
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