Unter dem Oberbegriff "Country Music" läuft auch die Cajun-Musik der französischen Siedler im Deltagebiet des Mississippi, die fest in der bewegten Geschichte dieser kleinen Volksgruppe verwurzelt ist. Die französischen Familien hatten 1604 Acadia (das spätere Neu-Schottland) besiedelt und waren einige Jahrzehnte später von den Briten vertrieben worden. Die unduldsamen Seefahrer hatten sie in Schiffe verfrachtet und an der amerikanischen Atlantikküste ausgesetzt. Da die französischen Siedler kaum englisch sprachen, schlugen sie sich bis nach Louisiana durch, das von den Franzosen erobert worden war. Im gesicherten und vertrauten Kreis ihrer Landsleute gelang es ihnen, ihre Musik zu erhalten. Sie unterlag zwar denselben Einflüssen wie die angloamerikanische Volksmusik, in ihrem Charakter aber blieb sie unverkennbar französisch.
Innerhalb der Country-Szene wurde sie als Cajun Musik bekannt. Cajun ist die amerikanische Verballhornung des Wortes Acadia, der französischen Bezeichnung für Neu-Schottland. Die Musik zeichnet sich heute besonders durch die beschwingte Fröhlichkeit und die Verwendung von Geige und Akkordeon aus. Das Akkordeon war 1829 in Wien erfunden und von deutschen Einwanderern nach Louisiana gebracht worden; von ihnen übernahmen die Franzosen auch ihre Vorliebe für Melodien im Walzertakt.
Obwohl Napoleon das besetzte Gebiet im Süden im Jahre 1805 an die Amerikaner verkaufte, brachten es die französischen Siedler fertig, als eigenständige Volksgruppe mit einer eigenständigen Musik innerhalb des amerikanischen Schmelztiegels zu überleben.
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