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Erlösung oder Befreiung - die Bedeutung der Spirituals

Dennoch lernen die Farbigen den christlichen Glauben zu schätzen. Schon längst haben sie sich damit abgefunden, ihre Heimat nie wieder zu sehen. „Echte“ Afrikaner gibt es nur noch wenige unter ihnen und so arrangieren sie sich mit den Verhältnissen und machen „das Beste“ daraus.

Der neue Glauben, zu den die meisten übergetreten sind, gibt ihnen wenigstens das Gefühl, einen Halt zu haben. Man kann gemeinsam religiöse Feste feiern und auf diese Weise einen Zusammenhalt schaffen, der über das gemeinsame Leben hinausgeht. Die Musik ist dabei ein wichtiger Bestandteil: In ihr kann man aufgehen, in ihr kann man versinken. Durch die Rhythmen versetzen sich die Afroamerikaner richtiggehend in Ekstase. So geben sie sich ihrem neuen Gott förmlich hin – mit allem, was sie haben.

„The Bible Tells You So! “ Das sind nicht nur leere Worte. „Jesus, The Light of The World!“ So leben sie ihren Glauben und so singen sie ihn. Natürlich gibt es auch andere Lieder, melancholische Lieder, Lieder der Verzweiflung wie “Swing Low, Sweet Chariot”, das die Hoffnung auf die Erlösung des Individuums zum Ausdruck bringt. „Coming for to carry me home“, heißt es darin: Jesus kommt, um mich nach Hause zu holen. Damit ist sowohl die allerletzte Reise eines Menschen gemeint, aber auch die Hoffnung auf Befreiung. Das Ziel ist das Land „Kanaan“, der Norden der USA. Hier gibt es keine Sklaverei. Manche Lieder werden aber auch verboten. „Steel Away To Jesus“ etwa, denn das heimliche Davonstehlen in Richtung Freiheit hätte ja allzu wörtlich aufgefasst werden können.

 

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Letztes Update: 01.06.2008


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