Ungefähr zur selben Zeit, in der Mahalia Jackson ihre größten Erfolge feiert, geht ein weiterer Stern am Musikhimmel auf. Die Jazz- und Gospelsängerin Sister Rosetta Tharpe, der ein einzigartiges „Jazz-Feeling“ attestiert wird, beschränkt sich im Gegensatz zu ihrer großen Kollegin nicht auf geistliche Musik. Auftritte in Cotton Club Shows sind für sie genauso an der Tagesordnung wie Gospel-Konzerte in der Carnegie Hall.
Rosetta, die 1915 in Cotton Plant, Arkansas, zur Welt gekommen ist, beginnt ihre Karriere genau wie Mahalia als Solistin im Kirchenchor. So bleibt der Gospel auch ihre große Leidenschaft, zu dem sie immer wieder zurückkehrt.
Nachdem sie in den Dreißigerjahren permanent zwischen Kirchen und Jazzclubs hin und her pendelt, schließt sie sich Anfang der 40er-Jahre für kurze Zeit der Lucky Millinder Band an und ist auch als Schlagersängerin erfolgreich.
Das Markenzeichen der tief religiösen Rosetta ist ihre Gitarre. Liebend gern begleitet sie sich selbst bei ihren Auftritten, die in Amerika ebenso gut besucht sind wie ihre diversen Tourneen durch Europa. Auch wenn ihre musikalischen Wurzeln in der Gospelmusik liegen, kommt sie doch nie ganz vom Jazz los. Sie ist eine Vollblutmusikerin durch und durch.
Am 9. Oktober 1973 stirbt sie in Philadelphia, Pennsylvania.
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