Werners Country Club
Home
Posse
Ranch Brand
Wild West
Native Americans
Waffen
U.S. Geschichte
Star Geschichte der US-Fahne
Star Kennedy vs. Lincoln
Star Vorwort zur geographischen Struktur
Star Nordamerika bis 1789
Star Nord gegen SĂĽd
Star Aufbruch zur Weltmacht
Star Etymologie der SĂĽdstaaten
Star Zeittafel USA Geschichte
Star Zeittafel USA Präsidenten
Civil War
Saloon
Wagon Train
Impressum
Termine
Sitemap
Clinch Rifles

Suchen nach:

Sanfte Stimme, grober Stock

Mit Hurra auf die WeltbĂĽhne

1901 schoss ein Anarchist Präsident McKinley nieder. Nun trat dessen Vizepräsident ins Amt, Theodore Roosevelt (1901 – 1909). Teddy Roosevelt war der bislang jüngste Präsident der USA. Er entstammte einer Familie aus New York, die im Handel mit Fernost beträchtlichen Wohlstand erworben hatte. Er besaß viel Energie und Witz, dazu reichlich Neugier. Er hatte an der Harvard-Universität studiert und war weitgereist. Mit 23 Jahren wurde er in die New Yorker Legislative gewählt; 1897 war Teddy bereits stellvertretender Marineminister, doch als im Jahr darauf der Krieg mit Spanien ausbrach, hielt es ihn nicht mehr am Schreibtisch: Er zog es vor, an die Front zu gehen. Die Einheit, die er führte, das 1. Freiwillige Kavallerie-Regiment, wurden als die „Rough Riders“ bekannt. Sie stürmten, Teddy an der Spitze, am 1. Juli 1898 den Hügel von San Juan und machten die Spanier nieder.

Die Inselgruppe von Hawaii hatten die USA schon zuvor in ihren Besitz gebracht, nun folgten die Philippinen; zur Kontrolle des neuen Kolonialbereichs brauchte man jetzt aber auch eine schlagkräftige Marine. Roosevelt war Anhänger seines Landsmannes Alfred Mahan, der die Auffassung vertrat, dass politische Macht Seemacht bedeutete. 1899 wählte die Bevölkerung des Staates New York Teddy zum Gouverneur, im Jahr darauf gewann er zusammen mit McKinley die Präsidentschaftswahlen und wurde Vizepräsident…

Roosevelt war ein dynamischer Innenpolitiker, der sich nicht scheute, gegen die Trusts der Industriebarone anzutreten. Nicht weniger energisch war er in der Außenpolitik: „Wir Amerikaner verstehen oft nicht, dass unsere Interessen über die ganze Welt verstreut sind“, sagte er einmal. „Alle unsere Bürger sollten begreifen lernen, dass die Politik der USA Weltpolitik ist!“ Seine Motive für diesen Standpunkt lauteten: 1. Sicherheit der USA, 2. Belebung des Außenhandels, 3. Förderung der Mission. Roosevelt war der erste amerikanische Präsident, der sein Land darauf hinwies, schon aus Selbstinteresse seinen Einfluss weltweit geltend zu machen. Der Historiker-Außenminister Kissinger stellt ihn an den Beginn der „realpolitischen Schule“ der amerikanischen Außenpolitik.

Roosevelt entwickelte die „Steward-ship theory“, die er gegenüber dem gesamten Kontinent anwandte: Er erklärte die USA zum „Anwalt“ ganz Amerikas. Als Kolumbien, das seinerzeit über die Landenge von Panama regierte, sich weigerte, die amerikanischen Bedingungen für den Erwerb und Bau des Kanals anzunehmen, reagierte er wütend. Er hielt es für unakzeptabel, dass eine kleine Macht sich „gegen den Fortschritt“ stell – „Fortschritt“ und die Interessen der USA waren eines für ihn. Er begünstigte daraufhin in Panama einen Aufstand gegen Kolumbien und verhalf dem Land zur Unabhängigkeit. Nun konnten die Amerikaner ihren Kanal bauen.

Als 1902 Venezuela sich weigerte, seinen Gläubigern in Europa seine Schulden zu bezahlen, warnte Roosevelt die europäischen Mächte vor einem Eingreifen. Das sei allein die Sache der USA, sagte er; das war seine Folgerung aus der Monroe-Doktrin. Als sich 1904 die Dominikanische Republik in ähnlichen Schwierigkeiten befand, sprang er wieder ein. Nun halfen amerikanische Beamte dem Land, seine Gelder einzutreiben. Als Roosevelt 1909 aus dem Amt schied, war die Karibik fast ein amerikanisches Binnengewässer…

In der Innenpolitik regierte er ganz im Stile der Zeit, autoritär, wie ein aufgeklärter Monarch. Äußerlich hatte er sogar ein wenig Ähnlichkeit mit dem deutschen Kaiser, dessen Botschafter, „Specky“ von Sternburg, er oft zum Narren hielt. Teddy drängte auch die Rechte der Legislative in der Außenpolitik zurück – die Außenpolitik war seine ureigenste Domäne, da ließ er sich höchst ungern dreinreden! Er förderte die Tätigkeit des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag, und als 1904/05 Russland und Japan Krieg führten, stellte er sich auf die Seite Japans. Seine Hilfe beim Zustandekommen des Friedensschlusses von Portsmouth 1905 brachte ihm den Nobelpreis.

Unter Roosevelts Präsidentschaft wurden die USA endgültig auf Kurs „Weltmachtpolitik“ gebracht. Und Teddy gab auch das Vorbild dafür, dass das Steuer dabei fest in den Händen des „Kapitäns“, des Präsidenten, blieb.

 

weiter nach: Aufbruch ins 20.Jahrhundert oder zurĂĽck

 

© 2005 by Charles Löffler


Letztes Update: 03.10.2006


Civil War Reenactors Austria Clinch Rifles