Die Kriegsbilanz
Der Sezessionskrieg hat mindestens 500 000 Menschenleben gefordert, davon 300 000 für die Union und 200 000 für die Konföderierten. Als Gefallene meldeten die US-Streitkräfte rund 102 000 Mann; die meisten Todesopfer erlagen also Verwundungen und Krankheiten; alleine 30 000 Nordstaatler verloren in verseuchten Gefangenenlagern ihr Leben. Zu diesem menschlichen Leid materielle Verluste hinzuzufügen, mag irrelevant erscheinen, jedenfalls werden alleine die Kosten der Kriegsführung auf 3,2 Milliarden Dollar für den Norden und 1,5 Milliarden Dollar für den Süden geschätzt. Hinzu kommen zerstörte Werte, Eigentumsverluste, Pensionsansprüche, so dass man von Kriegskosten von insgesamt 17 Milliarden (Gold-)Dollar ausgehen kann.
Nicht eingerechnet sind dabei die Spätfolgen, die einseitig auf den besiegten Süden fielen: Hier waren die Eisenbahnlinien zerstört, die Felder und Plantagen verwüstet, die Farmen und Städte niedergebrannt, während im Norden der Kriegsboom viele neuen Arbeitsplätze geschaffen, die Industrie weiterentwickelt hatte. Im Süden war eine ganze Generation von jungen Männern ausgefallen, während der Norden seine Verluste durch einen neuen Einwanderungsschub mehr als ausgleichen konnte. Und der Süden hatte seinen Lebensstil verloren, während das "Yankeetum" triumphierte.
Eine Politik der Versöhnung und der Hilfe beim Wiederaufbau seitens des Nordens hätte den Bürgerkrieg zu einer, wenn auch bitteren und blutigen, Episode der amerikanischen Geschichte werden lassen können. Und mit der Vorgabe der Versöhnungspolitik hatte sich Lincoln 1864 auch wieder ins Präsidentenamt wählen lassen.
Doch dann kam der 14.April 1865, an dem sich das Ehepaar Lincoln entschloss, eine Aufführung im Washingtoner Ford-Theater zu besuchen.
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© 2003 by Charles Löffler