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Der Weg in den Krieg

Die Union zerbricht

Am 16. Dezember 1860 beschloss die gesetzgebende Versammlung von Südcarolina einstimmig die Loslösung von den USA. Als dieser Beschluss bekannt wurde, erlebte die Stadt Charleston ein Freudenfest: Die Menschen tanzten auf den Straßen, die Kirchenglocken läuteten, Freudenfeuer wurden entzündet. Am 9. Januar 1861 folgte der Staat Mississippi, einen Tag später Florida, zwei Tage später Alabama, dann zogen Georgia und am 26. Januar Louisiana nach. Am 10. Februar wurde Jefferson Davis zum Präsidenten der neugegründeten Konföderierten Staaten von Amerika (CSA) gewählt.

Am selben Tag, als Lincoln das Präsidentenamt übernahm - am 4. März -, löste sich auch noch Arkansas von der Union und trat der CSA bei. Seine Inaugurationsrede beschloss Lincoln mit der Versicherung: "Ich habe den heiligen Eid abgelegt, die Union zu erhalten, sie zu schätzen und zu verteidigen." Diese Haltung bedeutete Krieg! Zwei Ereignisse waren es, die dann unmittelbar zum Ausbruch der Kämpfe führten: Die Weigerung der US-Besatzung von Fort Sumter, einer starken Festung in der Hafeneinfahrt von Charleston, abzuziehen, und der Tod von Colonel Ellsworth.

Charleston war der strategisch wichtigste Hafen der CSA. Die meisten militärischen Anlagen waren an die konföderierten Truppen übergeben worden; teilweise hatten sich die Soldaten den CS-Truppen angeschlossen. Nur der Kommandant von Fort Sumter lehnte es ab, mit seinen Soldaten abzuziehen. Am 12. April begann die Beschießung durch die konföderierte Artillerie; um sinnloses Blutvergießen zu vermeiden, kapitulierte Major Anderson, der Befehlshaber der US-Besatzung, gegen freien Abzug. An Bord eines Transportschiffes verließen die Unionstruppen das Fort.

In den Nordstaaten löste der Fall von Fort Sumter eine wütende Pressekampagne aus; man verlangte den sofortigen Einmarsch in die "Rebellenstaaten"; Lincoln befahl die Mobilmachung von vorerst 75.000 Mann. Gleichzeitig kam es zu einer von der Presse organisierten "Erhebung" des Volkes. Wer als Südstaatensympathisant verdächtig war, wurde geschlagen oder gar gelyncht, Geschäfte wurden zerstört, regelrechte Pogrome wurden veranstaltet. Viele Südstaatler flohen ins sichere Virginia, wo das Parlament am 17. April über den Verbleib bei der Union oder Sezession beriet. Mit überwältigender Mehrheit beschloss auch Virginia den Austritt. Tennessee und Nordcarolina erklärten im Mai den Beitritt zur CSA.

Am 24. Mai rückten die US-Truppen auf konföderiertes Gebiet vor, ein Regiment unter Colonel Ellsworth marschierte in das virginische Städtchen Alexandria bei Washington ein. Als er aus einem Hotelfenster eine CS-Flagge wehen sah, packte ihn die Wut; er ließ die verschlossene Tür aufbrechen und verlangte die sofortige Entfernung der Flagge, woraufhin ihn der Hotelbesitzer erschoss.

Über Nacht wurde Ellsworth zum Helden der Nation hochstilisiert, den es nunmehr zu "rächen" gelte. Sein Leichnam wurde in Washington aufgebahrt, Tausende zogen an ihm vorbei - dem Krieg stand nun nichts mehr im Wege.

Sieben Jahre später, also schon lange nach dem Ende des Mordens, klagte ein schwarzer US-Soldat, ein befreiter Negersklave, Präsident Johnson sein Leid:

"Als wir noch Sklaven waren, da sind wir lachend und singend auf die Felder gezogen, um zu arbeiten, wenn es auch nicht unsere Felder waren. Heute sind wir keine Sklaven mehr, aber wir gehen auch auf keine Felder mehr zur Arbeit, weil wir keine Arbeit haben. Heute lachen und singen wir auch nicht mehr, weil es nichts mehr gibt, worüber wir lachen und singen könnten!"

Die Geschäftsleute des Nordens hatten dagegen ihre Probleme gelöst!

 

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© 2003 by Charles Löffler


Letztes Update: 26.05.2008


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