Auf dem Weg zur Unabhängigkeit
Die wenigsten Amerikaner wissen, wie ihre Nationalflagge mit den "Stars and Stripes" entstanden ist, obwohl diese doch bereits im Unabhängigkeitskrieg zum Symbol ihrer Selbstständigkeit wurde. Warum, sie aber selbstständig werden mussten, dass wussten sie damals genauer und es gab wirtschaftliche und staatsphilosophische Gründe dafür.
Die Hauptursache aber war wohl der Unwille, sich vom fernen London irgend etwas vorschreiben zu lassen, dazu kam die Zivilcourage statt des Untertanengeistes, wie er in Europa seit vielen Jahrhunderten durch die Herrscher von Gottes Gnaden gezüchtet worden war.
Es begann unmerklich schon um 1700: Die Londoner Zentrale besaß kein einheitliches Regierungskonzept für ihre amerikanischen Kolonien. Die einen hatten einen königlichen Gouverneur, die anderen verwalteten sich selber. Die Gouverneure vor Ort schüttelten oft den Kopf, wenn sie aus der Zentrale weltfremde Anweisungen erhielten.
Sie bedachten, dass sie ja nicht von der Zentrale, sondern von den Einheimischen ihr Gehalt bezogen, und taten daher, was die Amerikaner wollten...
Da lokale Versammlungen zur Selbstverwaltung bestanden, die an den Gouverneuren vorbei die Verteilung der Gelder zu lokalen Zwecken regelten, waren die Kolonien praktisch die Herren ihrer eigenen Finanzen. Bei der Besetzung der Gerichte war London auch in der Hinterhand.
Rechnet man dazu noch die deftige Schmuggelei, die die britischen Zollvorschriften fast zur Unwirksamkeit verdammte, sowie die daraus abgeleitete Möglichkeit, großes Vermögen steuerfrei anzusammeln, dann wird klar, wie weit der Geist der Selbstständigkeit in den Bürgern Amerikas bereits Wurzeln geschlagen hatte. Und ab 1761 häuften sich die Ursachen, ihn zu offener Aufsässigkeit zu steigern.
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© 2001 by Charles Löffler