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Die lange Wanderung nach Süden
Fraglich ist auch, in welcher Geschwindigkeit die Indianer den Doppelkontinent durchmessen haben. Marschiert man im Jahr vier Meilen, gelangt man in 500 Jahren von der Bering-Strasse an den Rio Grande; marschiert man aber 3 Meilen pro Woche, kommt man in 70 Jahren von Alaska nach Feuerland ...
Da man dem Wild kreuz und quer folgen muss, geht es nicht so schnell. Aber nach etwa 10 Generationen konnten die Jäger doch "durch-gekommen" sein, ganz ohne Rad und Wagen, denn das haben erst die Europäer nach Amerika gebracht.
Beritten können die Ur-Indianer aber auch schon gewesen sein, denn das Pferd war bei Ankunft der Europäer gerade erst ausgestorben, wie das Kamel, das Mammut oder der Säbelzahntiger.
Nach der letzten Eiszeit (ca. 10.000 bis 4.000 v. Ch.) sind in Nordamerika ungefähr 100 Arten von Säugetieren ausgestorben, woran zweierlei bemerkenswert ist:
1. Wir wissen nicht, warum;
2. Den Indianern hat das für ihr Überleben nicht geschadet.
Zum Ersten genügt die klimatische Veränderung nicht unbedingt als Erklärung. Haben etwa die Ur-Indianer Raubbau an der Natur getrieben? Dem heutigen Bild, das sich die Weißen von ihnen machen, entspräche das nicht, denn die Indianer werden gern als naturverbundene Harmonie-Menschen dargestellt!
Jedenfalls "Umweltsünden" sind ihnen keine nachzuweisen, auch wenn sie schon vor dem Kauf von Schießgewehren perfekte Jäger waren, die Mammuts und Bisons in Massen zur Strecke brachten.
Hatten sie doch sogar einen "Verstärker" für den Speerwurf erfunden, ein Gerät mit den aztekischen Namen "atlatl": einen Holzgriff mit herausstehendem Eisendorn, in den man den Speerschaft einlegen konnte. Damit schleuderte man den Speer mit vervielfachter Wucht und Geschwindigkeit und konnte sogar Mammuts aus der Ferne erlegen.
Zweifelsohne ist in dieser Jagdkameradschaft, die zum Überleben wichtig war, der Beginn von politischer Gemeinschaft zu sehen, soweit sie von den nordamerikanischen Indianern überhaupt entwickelt worden ist. Zu einer großräumigen Beherrschung von Land bestand allerdings kein Bedürfnis; "Politik" in diesem Sinne war unbekannt, solange nur die Lebensgrundlage, die Jagd stimmte. Auf dieser Ebene konnte es Zusammenstöße mit den Nachbarn geben, so großräumig die Jagdgruppen auch agierten.
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© 2001 by Charles Löffler 
Letztes Update: 02.10.2006
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