Werners Country Club
Home
Posse
Ranch Brand
Wild West
Native Americans
Waffen
U.S. Geschichte
Star Geschichte der US-Fahne
Star Kennedy vs. Lincoln
Star Vorwort zur geographischen Struktur
Star Nordamerika bis 1789
Star Nord gegen Süd
Star Aufbruch zur Weltmacht
Star Etymologie der Südstaaten
Star Zeittafel USA Geschichte
Star Zeittafel USA Präsidenten
Civil War
Saloon
Wagon Train
Impressum
Termine
Sitemap
Clinch Rifles

Suchen nach:

Oklahoma

Sturm auf das letzte Land des roten Mannes

Dass die "Ewigkeit" des weißen Mannes verdammt kurz sein konnte, das mussten durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch die Indianer immer wieder erleben: In den Verträgen zwischen der US-Regierung und den Ureinwohnern des Landes fehlte nie die Klausel, dass die soeben festgelegte Grenze zwischen dem Indianerland und dem Siedlungsgebiet der Weißen "auf ewige Zeit" bestehen bleiben solle. Doch gewöhnlich war die Tinte auf den Dokumenten noch nicht trocken, als schon die ersten Neusiedler über die feierlich beschworenen Grenze drängten...

So war auch den "fünf zivilisierten Nationen", den Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen, nach der brutalen Vertreibung aus ihrem ursprünglichen Lebensraum (siehe "Zwischen den Fronten") das Land westlich des Mississippi "auf ewige Zeiten" zugesichert worden. Nun, auch die Mississippi-Grenze hielt die Flut der Pioniere nicht lange auf, aber dann reservierte der Kongress diesen Nationen doch ein relativ ausgedehntes Gebiet westlich von Arkansas als "Indianer-Territorium", und dort konnten die Creek & Co. dann weiterhin die demokratische Selbstverwaltung pflegen, die sie von den Weߟen - in deren Augen zu gut - übernommen hatten.

Im Bürgerkrieg (1861 - 1865) standen die Indianer auf der Seite ihrer Südstaaten-Nachbarn und damit der Verlierer. Als Folge mussten die "fünf Nationen" die Hälfte ihres Territoriums an andere Stämme des Westens abtreten, die ihrerseits von den Weißen vertrieben worden waren: Comanche, Cheyenne, Osage, Arapaho, Pawnee, Shawnee, Wyandot ... Das Indianerterritorium wurde zu einem -für die indianische Lebensweise völlig übervölkerten - Ghetto verschiedener Kulturformen.

Und dennoch drängten Weiße auch in dieses Land nach, in dem Maße, als Eisenbahnen in den Westen vorstießen und freies Siedlungsland knapp wurde. Kohlefunde ließen die Landgier zusätzlich wachsen. Zwischen 1879 und 1885 unternahmen organisierte Einwanderergruppen, "boomers" genannt, mehrfach den Versuch, sich in der besonders fruchtbaren Region in der Mitte des Indianerterritoriums niederzulassen. Doch in Wahrung der bestehenden Verträge schritt jedes Mal die US-Armee ein und vertrieb die "Landbesetzer". Ihre Lobbyisten setzten daher den Hebel im Kongress in Washington an, und tatsächlich fand sich dort zwischen 1887 und 1889 die notwendige Mehrheit, um auch diese "ewigen" Verträge aufzukündigen: Am 3. März 1889 gab Präsident Benjamin Harrison "überschüssiges Indianerland" zur Besiedelung frei.

Die Nachricht sprach sich unter landhungrigen Siedlern wie ein Lauffeuer herum. Denn inzwischen, am Ende der 1880er Jahre, war man auch im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" an natürliche Grenzen gestoßen: "freies" Land, wo sich der Pionier niederlassen konnte, um sich mit eigenen Händen eine Existenz aufzubauen - dieser Teil des amerikanischen Traums war am verschwinden. Für die Verteilung des letzten Happens, das "überschüssige" Indianerland, wählte die Regierung, angesichts der großen Nachfrage, das "Wettlauf-Prinzip": Am 22. April 1889 hatten sich über 50.000 Menschen an der Grenze des Indianerterritoriums eingefunden. Um 12 Uhr Mittags gab ein Kanonenschuss das Startsignal - und ab ging die wilde Jagd mit Planwagen und Kutsche, auf Pferderücken oder auch zu Fuß. Jeder Neusiedler konnte bis zu 160 Morgen Land erweben, nach dem einfachen Prinzip "Wer zuerst kommt ...". Innerhalb weniger Stunden entstanden an diesem Tage neue Städte wie Guthrie oder Oklahoma City, zunächst nur Ansammlungen von Zelten in der offenen Prärie.

Zwischen 1891 und 1906 gab es noch weitere sechs solcher Wettläufe um indianisches Land, das damit dem neuen "Oklahoma Territorium" zugeschlagen wurde, das neben dem Indianerterritorium entstanden war.

Es fehlten in den folgenden Jahren nicht an diversen Anträgen, beide Territorien getrennt oder gemeinsam als neue Staaten in die USA aufzunehmen, aber erst 1907 fällte der Kongress die Entscheidung, beide Territorien zusammenzufassen und als "State of Oklahoma" in die Union aufzunehmen.

Der Staatsname "Oklahoma" stammt aus der Sprache der Choctaw und bedeutet "Land des roten Mannes". Und auch wenn dieser Staat heute flächenmäßig einen großen Anteil an Indianerreservaten besitzt und nach Arizona, den zweithöchsten Anteil an indianischer Bevölkerung (ca. 100.000 von 2,5 Millionen), so ist dieser Name im Rückblick auf seine Entstehungsgeschichte doch nur bittere Ironie...

 

zurück

© 2001 by Charles Löffler

 


Letztes Update: 04.10.2006


Civil War Reenactors Austria Clinch Rifles