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Bruch mit der Krone

Teekisten und Gewehrkugeln

Damit sollte der notleidenden East India Company geholfen werden, die das Monopol für den Teeverkauf in Nordamerika erhielt. Ferner sollte ihr Tee billiger sein als die bis jetzt überwiegend geschmuggelte Ware.

Aber den "Freiheitssöhnen" war das gleichgültig, und den Schmuggelfürsten, die ihren Gewinn verschwinden sahen, erst recht. deren Advokaten verkündeten den stolzen Satz, dass keinerlei Besteuerung ohne parlamentarische Zustimmung der Besteuerten erhoben werden dürfe ("no taxation without representation").

Ein "Aktionskommando" stürzte sich, als Indianer verkleidet, im Dezember 1773 auf drei Hafen von Boston ankernde Teeschiffe und schmiss insgesamt 342 Ballen Tee über Bord (die "Boston Tea Party"). In England verzieh man einen solchen Angriff auf fremdes Eigentum nicht und beschloss, den Bostoner Hafen zu schließen, bis der Company Schadenersatz gezahlt war.

Aber die Radikalen, die bewusst auf einen Bruch hinsteuerten, versorgten die Stadt über Land, legten an vielen Orten heimlich Waffendepots an und agierten gegen die Anwesenheit britischer Soldaten. 1770 bereits hatten sie in Boston eine Abteilung von Rotröcken so lange provoziert, bis diese zu den Waffen griffen und vier Zivilisten erschossen. Das machte als "das Massaker von Boston" die Runde, eine Inszenierung radikaler Kräfte, wie sie immer funktioniert, um einen Konflikt in die Gewalt hineinzutreiben.

Nun schlug Seiner Majestät Kabinett, das nie viel Fingerspitzengefühl für Amerika aufgebracht hatte und, vom selbstherrlichen Zorn des Königs getrieben, die Geduld verlor, noch einmal zu: Die Siedlungen westlich der Appalachen wurden der kanadischen Provinz zugeschlagen ("Quebec Act"). Das bedeutete, sie mit den dortigen Katholiken zusammenzuspannen und ihnen das Recht auf parlamentarische Vertretung zu nehmen, denn für die Provinz Quebec gab es das nicht!

Im September 1774 trat ein Kongress der Kolonialvertreter in Philadelphia zusammen. Trotz scharfer Reden, dass der König den Herrschaftsvertrag mit seinen Untertanen gebrochen habe, konnte sich der Kongress zum Bruch mit England nicht aufraffen. Während er sich auf den nächsten Frühling vertagte, trat ein Kongress der Volksvertreter in Massachusetts zusammen - das war eindeutig Rebellion, denn die britische Krone hatte dieses Land als Strafe für die Vorkommnisse in Boston unter ihre eigene Verwaltung gestellt.

Im April 1775 wurde zum ersten Mal scharf geschossen: Bei Lexington zwischen Concord und Boston nahmen Amerikaner 700 Engländer auf dem Marsch unter Feuer und zwangen sie unter hohen Verlusten zur Flucht. Das war das Werk der "Minutenmänner", der Milizangehörigen, die ihre Flinte zu Hause über dem Kamin hängen hatten und daher in Minutenschnelle alarmiert werden konnten.

Der König reagierte auf diese Guerillataktik, indem er im August 1775 die Kolonien insgesamt zu Rebellen erklärte. Der in Philadelphia neu zusammengetretene Kongress organisierte zwar bereits eine einheitliche Armee, beteuerte dem König aber immer noch seine Loyalität. Doch Georg III. ließ als Antwort die Truppen im Lande verstärken, was dem Kongress keine Wahl ließ.

Der König sei ein bösartiger Tyrann, die Monarchie ein Unfug, so wetterte Thomas Paine in seinem Pamphlet "Common Sense" vom Januar 1776. In wenigen Monaten verkaufte er 120.000 Exemplare dieser genialen Hetzschrift. Am 4. Juli 1776 hieß der Kongress die Unabhängigkeitserklärung, bestellt bei dem publizistisch begabten Juristen Thomas Jefferson, gut. Es lag nun an den Waffen, diese Erklärung zur Wirklichkeit zu machen...

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© 2001 by Charles Löffler

 


Letztes Update: 02.10.2006


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